PRO-GE Binder: Kochers Ratschläge zu KV-Verhandlungen sind verzichtbar

Lohnerhöhungen sind nicht dazu da, um damit an der Börse zu spekulieren

Ein klares Nein zum Vorschlag von Nationalbank-Gouverneur Kocher, einen Teil der Lohnerhöhungen für kapitalgedeckte Pensionen zu verwenden, kommt vom Vorsitzenden der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Reinhold Binder: „Kollektivvertragsverhandlungen sind Sache der Sozialpartner. Die Ergebnisse in den einzelnen Branchen sollen einerseits den Kaufkraftverlust ausgleichen und andererseits den Anteil an der Produktivität abbilden. Dass den Beschäftigten nun ein Teil ihrer Lohnerhöhungen weggenommen werden soll, um damit an der Börse zu spekulieren, kann wohl niemand ernsthaft in Erwägung ziehen.“

Österreich habe ein funktionierendes Umlagesystem. Dieses gelte es zu stärken, etwa durch bessere Beschäftigungschancen für Ältere sowie durch eine Verringerung der Teilzeitquote mittels Ausbaus der Kinderbetreuung. „Wenn Gouverneur Kocher schon Ratschläge geben will, sollte er sich auf diese Maßnahmen konzentrieren, anstatt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ihre verdienten Lohnerhöhungen streitig zu machen“, betont Binder.

Bezeichnend sei auch, dass Kocher sich gegen Markteingriffe ausspreche und Kritik an der gestern präsentierten Spritpreisbremse übe. „Bereits als Wirtschaftsminister war ihm die hohe Inflation völlig egal. Die Folgen dieser fehlgeleiteten Politik mussten die Menschen tragen, die angesichts der steigenden Preise in Bedrängnis gerieten“, betont Binder. Jetzt habe man endlich eine Regierung, die alles daransetze, die Teuerung abzufedern. „Internationale Krisen befeuern die Preise und die Politik wird nicht jedes Problem abfangen können. Aber es ist positiv, dass versucht wird, rechtzeitig einzugreifen. Die neue Spritpreisbremse ist dafür ein wichtiger Baustein“, so der Gewerkschafter abschließend.

PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit
Mathias Beer
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