Sonntagsöffnung bis zu zehnmal im Jahr: Mehr Öffnungszeiten lösen die Probleme des Handels nicht

Die Forderung der Wirtschaftskammer nach bis zu zehn zusätzlichen Sonntagsöffnungstagen stößt bei der FCG-ÖAAB-Fraktion in der Arbeiterkammer Wien auf klare Ablehnung. Mehr Öffnungszeiten lösen die strukturellen Probleme des stationären Handels nicht automatisch – sie bedeuten vor allem zusätzliche Belastungen für die Beschäftigten.

„Der Sonntag ist kein gewöhnlicher Arbeitstag. Er ist für viele Menschen der wichtigste gemeinsame Tag mit Familie und Freunden. Beschäftigte im Handel haben ein Recht auf planbare Freizeit und darauf, dass auch ihre Wochenenden nicht immer stärker durch die Arbeitswelt bestimmt werden“, erklärt Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB-Fraktionsführer in der Arbeiterkammer Wien.

LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN SCHAFFEN NICHT MEHR KAUFKRAFT

Auch das Argument, zusätzliche Sonntagsöffnungen würden den Handel beleben und für mehr Umsatz sorgen, greift zu kurz. Wenn die Kaufkraft nicht steigt, wird der Umsatz lediglich auf zusätzliche Öffnungszeiten verteilt. Gleichzeitig können für die Betriebe höhere Personal- und Betriebskosten entstehen.

„Die Gleichung ‚länger offen = mehr Umsatz‘ geht nicht automatisch auf. Ein Einkauf, der heute am Samstag stattfindet, wird nicht plötzlich zum zusätzlichen Einkauf, nur weil das Geschäft am Sonntag offen hat“, so Pöltl. Auch für die Belebung von Innenstädten sind längere Öffnungszeiten kein Allheilmittel. Gefragt sind vielmehr attraktive Standorte, gute Erreichbarkeit, vielfältige Angebote und eine starke Nahversorgung. „Wir müssen darüber reden, wie wir den Handel nachhaltig stärken und gleichzeitig gute Arbeitsbedingungen sichern. Dafür braucht es bessere Lösungen als immer längere Öffnungszeiten“, so Fritz Pöltl.

Klar ist: Der Sonntag soll ein Tag für Familie, Erholung und gesellschaftliches Leben bleiben. Die FCG-ÖAAB-Fraktion spricht sich daher gegen eine Ausweitung der Sonntagsöffnung und gegen eine weitere Verlängerung der Öffnungszeiten im Handel aus.

FCG-ÖAAB-AK Fraktion Wien
Fritz Pöltl
Telefon: 01-53444 79481
E-Mail: friedrich.poeltl@vida.at
Website: https://www.besserewienerarbeit.at/

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