Wiener Mediendiskursstudie 2026 zeigt die Mediennutzung im Wandel

Wien setzt auf Vielfalt, Qualität und Kompetenz. Vielfältiges Medienangebot und kritischer Umgang mit Informationen sollen gestärkt werden.

Die Stadt Wien erhebt seit 2019 mit der Mediendiskursstudie das Mediennutzungsverhalten der Wiener Bevölkerung. Einmal jährlich werden für die groß angelegte Untersuchung die Themeninteressen, die Mediennutzung und das Informationsverhalten der Wiener*innen erhoben. Die Ergebnisse 2026 zeigen, dass das Internet für die Mehrheit der Wiener*innen auch weiterhin unangefochten die wichtigste Informationsquelle bleibt. Die klassischen Informationsmedien Tageszeitung und Radio halten im Zeitvergleich der vergangenen Jahre ein stabiles Nutzungsniveau, während die tägliche Fernsehnutzung leicht zurückgeht.

Die Mediennutzung stellt sich größtenteils unverändert zum Vorjahr dar. 8 von 10 Befragten nutzen (fast) täglich das Internet, stabil ist auch die Social Media Nutzung mit 50% (fast) täglichen Nutzer*innen. Es folgen Fernsehen, Radio, Tageszeitungen, Apps für Nachrichten/Informationen (allgemein) sowie die Nachrichtenseiten der klassischen Medienanbieter, die jeweils tägliche Nutzungswerte zwischen 31 % und 37 % erreichen.

Streamingdienste für Musik und Videos werden von rund einem Viertel der Wiener*innen täglich genutzt. Infoscreens und Außenwerbung erreichen tägliche Nutzungsanteile zwischen 16 % und 18 %. Gegenüber dem Vorjahr legen insbesondere Newsletter (15 %), Chatbots bzw. Chats (14 %) sowie Magazine und Zeitschriften (12 %) zu.

Von der Stadt Wien erwarten sich die Befragten vor allem, über das Internet, das Fernsehen, das Radio sowie Tageszeitungen laufend informiert zu werden.

Vizebürgermeisterin und Medienstadträtin Barbara Novak:

„Die Art und Weise, wie Menschen Informationen konsumieren, verändert sich rasant. Unser demokratiepolitischer Auftrag besteht daher nicht darin, auf diese Entwicklungen bloß zu reagieren, sondern aktiv Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle Menschen Zugang zu seriösen, unabhängigen und qualitätsvollen Medienangeboten haben. Medienkompetenz ist heute eine Schlüsselqualifikation: Menschen müssen befähigt werden, Inhalte kritisch einzuordnen, Desinformation zu erkennen und Informationen richtig deuten zu können.

Die Stadt Wien kommt diesem Auftrag konsequent nach. Darum investieren wir in hochwertige, zielgruppenspezifische Medienangebote, fördern niederschwelligen Medienzugang für alle Wienerinnen und Wiener. Die Wiener Medieninitiative ist dabei weit mehr als ein klassisches Förderinstrument. Die Initiative hat seit ihrer Gründung hunderte Projekte unterstützt, Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert und Wien als innovativen Medienstandort international sichtbar gemacht.“

BEDEUTUNGSVERLUST TRADITIONELLER MEDIEN BEI JUNGEN ZIELGRUPPEN

Langfristig ist die Mediennutzung von einem Rückgang der klassischen Medienformate Fernsehen, Radio und Print-Tageszeitungen geprägt. „Wir sehen allerdings, dass das grundsätzliche Vertrauen in diese Mediengattungen weiterhin vorhanden ist“, erläutert Martin Schipany, Dienststellenleiter der Stadt Wien – Kommunikation und Medien (MA 53) die Trends. „Gleichzeitig weisen Social Media eine hohe Nutzung auf, allerdings wird ihnen nur ein vergleichsweise geringer Beitrag zur Meinungsbildung zugeschrieben. Wir als Stadt Wien reagieren auf diese Entwicklung mit einer breit aufgestellten, medienübergreifenden Kommunikationsstrategie. Ziel ist es, die Wienerinnen und Wiener dort zu erreichen, wo sie Informationen tatsächlich nutzen – über klassische Medien ebenso wie über digitale Kanäle und Social Media. Gleichzeitig setzen wir auf verlässliche, verständliche und zielgruppengerechte Information sowie auf die Stärkung von Medienkompetenz“, so Schipany.

THEMENINTERESSEN WEITESTGEHEND STABIL

Ebenso konstant wie die Mediennutzung sind die Themeninteressen der Wiener*innen: Gesundheit, öffentliche Sicherheit, Nahversorgung sowie Energie und Wasser. Weiterhin hoch bzw. angestiegen ist das Interesse der Wiener*innen Fake News zu erkennen (73%), Cybercrime zu vermeiden (71%) sowie KI-Inhalte zu erkennen (63%).

Die Mediendiskursstudie wird vom IFES – Institut für Empirische Sozialforschung im Auftrag der Stadt Wien durchgeführt. Für die Studie 2026 wurden insgesamt 2.004 Wiener*innen befragt. Die Ergebnisse sind die evidenzbasierte Planungsgrundlage für die Konzeption von Kommunikationsprojekten sowie die Mediaplanung der Stadt Wien. Die Mediendiskursstudie 2026 kann online nachgelesen werden: https://www.wien.gv.at/spezial/mediendiskursstudie/

Andrea Fellner
Öffentlichkeitsarbeiterin
Kommunikation und Medien
Tel. 01/4000-81054

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