Wirtschaftskammer Wien fordert Raum und Tempo für Betriebe

Eine neue Studie zeigt den Handlungsbedarf klar: Wien braucht gesicherte Betriebsflächen, bessere Bedingungen im Bestand und schnellere Verfahren für produktive Vorhaben.

Wien, 30.9.26 – Beim Symposium zur Zukunft produktiver Standorte in Wien am gestrigen Dienstag wurde deutlich: Wenn Wien als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig, innovativ und versorgungssicher bleiben will, braucht es ein klares Bekenntnis zu Betriebsflächen, Bestandserneuerung und praxistauglichen Rahmenbedingungen für Produktion, Gewerbe und Logistik. Die aktuelle Studie „Zukunftsraum: Produktion“ der Wirtschaftskammer Wien liefert dafür eine klare Grundlage und zeigt, wo der größte Handlungsbedarf liegt.

In Wien stehen rund 2.127 Hektar gewidmete Betriebsflächen zur Verfügung, das sind rund 5 Prozent der Stadtfläche. Gleichzeitig sind nur noch 6 Prozent der Betriebszonen unbebaut, während rund zwei Drittel des Bestands einen hohen Erneuerungsbedarf aufweisen. Die Folge: Neue Flächen sind knapp, bestehende Standorte oft nur schwer adaptierbar und Investitionen werden durch hohe Kosten, komplizierte Vorgaben und langwierige Verfahren zusätzlich erschwert.

„Wien steht bei seinen produktiven Standorten vor einer entscheidenden Weichenstellung“, sagt Margarete Kriz-Zwittkovits, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. „Wenn wir Arbeit, Innovation und Versorgung auch in Zukunft in der Stadt halten wollen, müssen wir Betriebsflächen konsequent sichern und ihre Weiterentwicklung erleichtern. Denn produktive Nutzungen sind keine Restgröße der Stadtentwicklung, sondern ein wesentlicher Teil ihrer wirtschaftlichen Stärke.“

INVESTITIONEN VEREINFACHEN

„Es braucht daher vor allem drei Dinge: erstens den dauerhaften Schutz gewidmeter Betriebszonen vor Verdrängung und Umnutzung, zweitens bessere rechtliche und wirtschaftliche Bedingungen für die Modernisierung bestehender Standorte und drittens deutlich schnellere, besser gebündelte Verfahren für produktive Vorhaben. Gerade im Bestand liegt großes Potenzial, denn leistbare Flächen können in Wien künftig vor allem durch Nachverdichtung, Erneuerung und die Aktivierung bestehender Areale entstehen“, erklärt Kriz-Zwittkovits.

„Bei bestehenden Betriebsstandorten verhindern die heutigen Rahmenbedingungen zu oft notwendige Investitionen. Wien braucht praxistaugliche Regeln für Umbauten, verlässliche Verfahren und raschere Genehmigungen, damit Unternehmen ihre Standorte weiterentwickeln und zukunftsfit machen können“, fordert die Präsidentin.

Die Studie zeigt außerdem, dass sich die Bautätigkeit zunehmend von unverbauten Grundstücken zu Brown- und Greyfield-Standorten verlagert. Gleichzeitig bleiben vorhandene Potenziale teils mangels Erschließung ungenutzt, und zersplitterte Genehmigungsprozesse erhöhen Aufwand, Dauer und Risiko für Unternehmen und Projektentwickler. Aus Sicht der Wirtschaftskammer Wien braucht es daher eine aktive Flächenpolitik, ein systematisches Flächenmanagement und eine zentrale Anlaufstelle, die Bau-, Betriebsanlagen- und Umweltverfahren besser koordiniert.

ARBEITSPLÄTZE SICHERN

„Moderne Gewerbe- und Produktionsstandorte können klimafit, effizient und stadtverträglich sein – aber nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu braucht es klare politische Prioritäten, verlässliche Regeln und eine Planung, die betriebliche Realitäten ernst nimmt“, betont Kriz-Zwittkovits.

Für die Wirtschaftskammer Wien ist klar: Wien braucht nicht nur neue Ideen für die produktive Stadt, sondern vor allem eine konsequente Umsetzung. Denn wer industrielle, gewerbliche und logistische Nutzungen sichert, stärkt nicht nur einzelne Branchen, sondern die Beschäftigung, die Wertschöpfung und die Resilienz des gesamten Standorts. Laut Studie arbeiten rund 112.000 unselbstständig Beschäftigte in den einschlägigen Bereichen des produktiven Sektors, das entspricht rund 12 Prozent aller unselbstständig Beschäftigten in Wien.
Die Studie „Zukunftsraum: Produktion“ ist hier verfügbar:

Wirtschaftskammer Wien
Jörg Michner
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