Netzdialog 2026: Politik und Expert:innen beraten über die Weichenstellung für die Infrastruktur kommender Generationen

Gas Connect Austria und TAG GmbH diskutieren mit Industrie, Wirtschaft und Politik über neues Gaswirtschaftsgesetz, Wasserstoff und Österreichs Rolle im europäischen Energiesystem

EINE ZUVERLÄSSIGE UND ZUKUNFTSFÄHIGE ENERGIEVERSORGUNG BRAUCHT LEISTUNGSFÄHIGE INFRASTRUKTUR. DAS ÖSTERREICHISCHE GASFERNLEITUNGSNETZ IST DAS RÜCKGRAT DER ÖSTERREICHISCHEN ENERGIEVERSORGUNG MIT GAS UND GLEICHZEITIG FEST IN EIN GESAMTEUROPÄISCHES ENERGIESYSTEM EINGEBETTET. DIESE ROLLE KANN DIE ÖSTERREICHISCHE INFRASTRUKTUR AUCH IN EINEM ZUKÜNFTIGEN EUROPÄISCHEN WASSERSTOFFNETZ ÜBERNEHMEN. GENAU DIESER ANSPRUCH STAND IM ZENTRUM DES ZWEITEN NETZDIALOG:GAS.WASSERSTOFF VON GAS CONNECT AUSTRIA UND TAG GMBH. UNTER DEM MOTTO „GWG NEU – GAS WIRD GRÜN. VIEL ZIEL. WENIG ZEIT. WAS JETZT ENTSCHIEDEN WERDEN MUSS!“ THEMATISIERTEN HOCHKARÄTIGE EXPERT:INNEN AUS INDUSTRIE, ENERGIEWIRTSCHAFT UND KRISENVORSORGE SOWIE VERTRETER:INNEN DER PARLAMENTSPARTEIEN DARÜBER, WELCHE BEDEUTUNG BESTEHENDE GASFERNLEITUNGEN KÜNFTIG FÜR WASSERSTOFF UND ANDERE ERNEUERBARE GASE HABEN UND WELCHE RAHMENBEDINGUNGEN ES RASCH DAFÜR BRAUCHT.

Wie die Energietransformation hin zur Energieintegration in der Praxis gelingen kann, diskutierten CHRISTOPH VON DEM BUSSCHE, Präsident der Europäischen Wasserstoffnetzbetreiber (ENNOH), WOLFGANG ANZENGRUBER, Beiratsvorsitzender der Hydrogen Partnership Austria, MATTHIAS PASTL von voestalpine, Krisenvorsorgeexperte HERBERT SAURUGG und BARBARA SCHMIDT, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

POTENZIAL VON WASSERSTOFF ALS BESTANDTEIL EINES ZUKÜNFTIGEN ENERGIESYSTEMS

Europa bereite sich auf den Wasserstoffmarkt vor, betreffend sowohl die Infrastrukturbetreiber als auch die Industrie, so der Tenor. Österreich dürfe diese Entwicklung nicht verschlafen. Zwar gebe es Pläne, Wasserstoff auch innerhalb der EU zu produzieren, zur Deckung des europäischen Gesamtbedarfs an Wasserstoff werde die EU jedoch auf den Import erheblicher Mengen angewiesen sein. Hier kann Österreich von seiner strategischen Lage entlang der potenziellen Importkorridore aus dem Süden (ausgehend von Nordafrika) und aus dem Osten (ausgehend von der Ukraine) für grünen, also CO₂-neutral hergestellten Wasserstoff profitieren. Für die industrielle Produktion sei CO₂-neutral hergestellter Wasserstoff ein wesentlicher Hebel und – auf dem kontinuierlichen Weg zur Dekarbonisierung der Produktionsprozesse – die Industrie sehr daran interessiert, ausreichende Mengen zu wirtschaftlichen Preisen zu bekommen.

Diskutiert wurde auch, dass die Resilienz eines Staates, einer Gesellschaft oder einer Industrie unmittelbar mit der Sicherheit der Energieversorgung zusammenhängt. Die bestehende Gasinfrastruktur bietet – bei entsprechender Umrüstung für die Nutzung von Wasserstoff und anderen dekarbonisierten Gasen – die Möglichkeit Österreich und die EU unabhängiger zu machen und Bezugsquellen zu diversifizieren. Diversifikation sei damit ein zentraler Resilienzfaktor. Weiters wurde Wasserstoff auch als Speichermedium für erneuerbare Energie eingeordnet, da er die Möglichkeit bietet, überschüssigen Strom effizient zu speichern und ihn dann bereitzustellen, wenn Energie benötigt wird.

Für Gas Connect Austria und TAG GmbH ist die bestehende Fernleitungsinfrastruktur ein zentrales Asset der Energietransformation: Reverse-Flow-Fähigkeiten und die Möglichkeit, die Infrastruktur für unterschiedliche Energieträger wie Erdgas, Biomethan und künftig Wasserstoff zu nutzen, schaffen wichtige Voraussetzungen für ein flexibles und zukunftsfähiges Energiesystem.

Isabella Pichler-Olearczyk, Geschäftsführerin TAG GmbH: „Mehr erneuerbare Energien erhöhen den Bedarf an Flexibilität, Ausgleich und Speicherung. Erdgas und Grüne Gase können dabei Versorgungslücken schließen und so den Ausbau der Erneuerbaren unterstützen. Unsere Pipelines sind energieträgerneutral: Sie transportieren heute Erdgas und könnten künftig auch Wasserstoff befördern. Damit schafft die Infrastruktur von heute die Grundlage für die Energiewelt von morgen.“

Mit der Weiterentwicklung bestehender Leitungen – etwa im TAG-, WAG- und Penta-West-System kann vorhandene Infrastruktur künftig für Wasserstoff, weitere erneuerbare Gase und perspektivisch auch für CO₂-Transport genutzt werden. Damit lässt sich die Transformation beschleunigen, ohne sämtliche Transportwege neu errichten zu müssen.

„Unser Fernleitungsnetz wurde für Generationen gebaut – und es kann auch den kommenden Generationen dienen. Wenn wir bestehende Leitungen schrittweise für Wasserstoff und erneuerbare Gase fit machen, sparen wir Zeit, Kosten und Ressourcen und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit in Österreich“, betont Stefan Wagenhofer, Geschäftsführer von Gas Connect Austria.

KLARE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR NETZE UND MARKTHOCHLAUF

Die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen diskutierten die Energiesprecher:innen LAURENZ PÖTTINGER (ÖVP), ALOIS SCHROLL (SPÖ), KARIN DOPPELBAUER (NEOS), PAUL HAMMERL (FPÖ) und LUKAS HAMMER (GRÜNE) im zweiten Panel. Neben technischen Lösungen braucht der Infrastrukturumbau verlässliche regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund war auch das neue Gaswirtschaftsgesetz (GWG) ein Schwerpunkt des Netzdialogs. Die EU-Richtlinie 2024/1788 schafft gemeinsame Regeln für die Binnenmärkte für erneuerbares Gas, Erdgas und Wasserstoff. Ihre wesentlichen Bestimmungen waren bis 5. August 2026 in nationales Recht umzusetzen. Die Europäische Kommission hat inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet, was den Handlungsdruck unterstreicht. Aus Sicht von TAG GmbH und Gas Connect Austria braucht es insbesondere Klarheit über ein Wasserstoff-Startnetz und dessen (Re-)Finanzierung. Gleichzeitig müssen der Ausbau der notwendigen Infrastruktur und die Entwicklung des Wasserstoffmarktes auf nationaler wie auf europäischer Ebene aufeinander abgestimmt sowie die grenzüberschreitende Einbindung Österreichs sichergestellt werden.

ÖSTERREICH ALS KNOTENPUNKT IM EUROPÄISCHEN WASSERSTOFFNETZ

Die geografische Lage und die bestehenden grenzüberschreitenden Leitungen eröffnen Österreich zugleich die Chance, seine Rolle als europäischer Energie-Hub auch in einem künftigen Wasserstoffsystem fortzuführen. Ein konkretes Beispiel ist der Southern Hydrogen Corridor (SoutH2 Corridor), der Nordafrika über Italien und Österreich mit Deutschland verbinden soll. Die österreichischen Fernleitungsnetze können dabei Importkorridore, Speicher und industrielle Abnehmer miteinander verbinden. Auch die Einbettung in Initiativen für ein künftiges europäisches Wasserstoffnetz, etwa den European Hydrogen Backbone, ist entscheidend, um Wasserstoff dorthin zu transportieren, wo er insbesondere für schwer zu dekarbonisierende Industrieprozesse benötigt wird.

„Die Umsetzungsfrist der EU-Richtlinie ist bereits verstrichen – jeder weitere Tag bringt Österreich ins Hintertreffen. Jetzt braucht es rasch ein neues Gaswirtschaftsgesetz mit klaren Regeln für Wasserstoffnetze und deren Finanzierung. Nur mit Planungs- und Investitionssicherheit können wir die Infrastruktur bereitstellen und Österreichs Rolle als Drehscheibe im europäischen Energiesystem sichern“, so Valerie Hackl, Geschäftsführerin von Gas Connect Austria.

„Wir erleben derzeit einen Wandel von einer rein auf die Energiewende ausgerichteten Perspektive hin zur Energieintegration, deren Ziel es ist, die Stärken unterschiedlicher Energieträger intelligent zu verknüpfen und so ein zuverlässiges, sicheres und kosteneffizientes Energiesystem zu schaffen. Integration sorgt für Flexibilität, Diversifizierung für Resilienz – zwei entscheidende Voraussetzungen für Europas Energiezukunft“, so Daniele Gamba, Geschäftsführer TAG GmbH.

ÜBER GAS CONNECT AUSTRIA GMBH

Gas Connect Austria ist ein Fernleitungs- und Verteilernetzbetreiber für Gas mit Hauptsitz in Wien. Das Unternehmen beschäftigt 300 Mitarbeiter:innen und ist an 6 Standorten in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich verankert. Ausgehend vom Knotenpunkt Baumgarten, betreibt Gas Connect Austria ein modernes und leistungsstarkes Hochdrucknetz mit Verbindungen nach Deutschland, in die Slowakei, nach Slowenien und Ungarn sowie zu Speicher- und Produktionsanlagen. Entlang des 900 Kilometer langen Leitungsnetzes befinden sich 5 Verdichterstationen, 56 Mess- und Übergabestationen sowie über 100 Übergabemessstellen. Das Kerngeschäft besteht in der Vermarktung von Transportkapazitäten an den internationalen Grenzübergabepunkten und für die inländische Gasversorgung. Gas Connect Austria arbeitet intensiv an Wasserstoffprojekten, um das Gasnetz langfristig fit für eine klimaneutrale Energiezukunft zu machen. Das Unternehmen steht zu 51% im Eigentum von VERBUND, 49% werden im Verhältnis 60:40 von Allianz Capital Partners und SNAM gehalten. Gas Connect Austria hält Beteiligungen an AGGM, AGCS, TAG GmbH und PRISMA und ist Mitglied bei ENTSOG, GIE, Hydrogen Europe, Clean Hydrogen Alliance und der European Hydrogen Backbone Initiative.

ÜBER TAG GMBH

TAG GmbH („TAG“) ist eine Fernleitungsnetzbetreiberin in Österreich. Ihr Pipelinesystem verbindet über eine Strecke von 380 km Baumgarten in Österreich mit Tarvisio in Italien. Das TAG Pipelinenetz besteht aus rund 1.140 km Erdgashochdruckleitungen von der slowakisch-österreichischen bis zur österreichisch-italienischen Grenze. Der Gastransport kann von Österreich nach Italien („Flussrichtung“) sowie von Italien nach Österreich („Gegenflussrichtung“) innerhalb der technischen Limits des TAG Pipeline Systems erfolgen. Entlang der Route in Österreich liefert die Erdgasleitung auch Erdgas für die Bundesländer Niederösterreich, Steiermark und Kärnten und auch für den Transport nach Slowenien über die SOL-Leitung. TAG beschäftigt sich intensiv mit den Möglichkeiten zur raschen Energiewende und arbeitet im Rahmen von Mitgliedschaften sowohl national als auch international an Lösungen mit. Die gemeinschaftlich entscheidungsbefugten Eigentümer sind das italienische Unternehmen Snam S.p.A. mit einem Anteil von 84,47 % und das österreichische Unternehmen Gas Connect Austria GmbH mit einem Anteil von 15,53 %. TAG GmbH ist Miteigentümerin von PRISMA und ist Mitglied bei der Industriellen Vereinigung, World Energy Council Austria, ASSAI – Verein für wissenschaftlichen Austausch Österreich-Italien-International, European Hydrogen Backbone Initiative, ENTSOG, ENNOH, European Clean Hydrogen Alliance, FGW, GIE, OGMP, OVGW und der Hydrogen Partnership Austria sowie Partnerin der Hydrogen Import Alliance Austria.

Gas Connect Austria GmbH
Tel: +43-1-27500-88052
E-Mail: publicrelations@gasconnect.at

TAG GmbH
Tel: +43 (1) 5975116 – 58092
E-Mail: public.relations@taggmbh.at

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