Gemeindebund-Pressl: Flexiblere Öffnungszeiten für eine bessere Nahversorgung

Inhabergeführte Geschäfte und digitale Läden wirtschaftlich stärken – Gemeindebund erinnert an Vorschläge zur Sicherung der lokalen Versorgung und Belebung der Ortskerne

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl begrüßt die von Staatssekretär Sepp Schellhorn vorgestellten Vorschläge für flexiblere Öffnungszeiten bei inhabergeführten Geschäften und personallosen digitalen Nahversorgern. „Ein kleiner Nahversorger am Land muss sich rechnen. Dafür brauchen die Kaufleute passende Rahmenbedingungen. Längere Öffnungszeiten sowie hybride und digitale Geschäftsmodelle können dazu beitragen, bestehende Geschäfte zu erhalten und Versorgungslücken zu schließen“, betont Pressl.

Der Gemeindebund hat bereits 2025 in einem Positionspapier konkrete Vorschläge zur Sicherung der Nahversorgung vorgelegt. Vollautomatisierte Läden ohne Verkaufspersonal sollen demnach in unterversorgten Gebieten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr öffnen dürfen.

Für Hybridmärkte spricht sich Pressl für eine Ausweitung der wöchentlichen Öffnungszeiten von 72 auf bis zu 82 Stunden aus. Die zusätzlichen Öffnungszeiten sollen durch den Betrieb ohne Verkaufspersonal ermöglicht werden. „Wenn digitale Technik längere Einkaufszeiten ermöglicht, müssen auch die gesetzlichen Regeln mitziehen. Die zusätzlichen Einkaufszeiten sollen ohne längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten möglich werden. Ihre Schutzbestimmungen müssen selbstverständlich gewahrt bleiben“, erklärt Pressl.

ORTSKERNE BELEBEN UND LEERSTÄNDE NUTZEN

Für eine wirtschaftlich tragfähige Nahversorgung braucht es aus Sicht des Gemeindebundes weitere Vereinfachungen. Leerstehende Gebäude in Ortskernen sollen einfacher für Geschäfte genutzt werden können. Dafür sind auch Erleichterungen im Bau-, Gewerbe- und Denkmalschutzrecht notwendig. Die Verbindung eines Lebensmittelgeschäfts mit einer Postpartnerstelle oder einem kleinen gastronomischen Angebot kann zusätzliche Kundschaft bringen und durch gemeinsam genutzte Räume Kosten senken.

„Ein Dorfladen ist Einkaufsort und Treffpunkt. Wenn er zusperrt, verliert der Ort ein Stück Lebensqualität. Ich freue mich, dass die Bundesregierung dieses Thema, das die Menschen bewegt, aufgegriffen hat und hoffe, dass es rasch zu den notwendigen Änderungen bei den Öffnungszeiten kommt“, spornt Pressl die Diskussion an.

Das Positionspapier zur Nahversorgung finden Sie auf www.gemeindebund.at

Österreichischer Gemeindebund
Andreas Steiner, BA MA
Pressesprecher
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