Korosec @ IHS-Studie: OP-Wartezeiten verkürzen statt Pensionisten nachreihen!
Seniorenbund-Präsidentin kritisiert zynischen IHS-Vorschlag: System muss besser werden statt Patienten gegeneinander auszuspielen. Auch in Wien monatelange OP-Wartezeiten.
Mit scharfer Kritik reagiert SENIORENBUND-PRÄSIDENTIN INGRID KOROSEC auf die Empfehlung des IHS-Gesundheitsökonomen Thomas Czypionka, Erwerbstätigkeit künftig als zusätzliches Kriterium bei der Vergabe von OP-Terminen zu berücksichtigen.
_„Dass ausgerechnet eine Studie über ungerechte Vorreihungen bei Operationen eine neue Bevorzugung vorschlägt, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Wer krank ist und Schmerzen hat, braucht eine Operation – unabhängig davon, ob er 35 oder 75 Jahre alt ist, berufstätig oder in Pension. Die medizinische Notwendigkeit muss entscheiden, nicht der Erwerbsstatus oder das Alter“_, kritisiert KOROSEC und sieht in dem Vorschlag klare Altersdiskriminierung.
MONATELANGE OP-WARTEZEITEN – AUCH IN WIEN
Die im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich erstellte Studie zeige erhebliche Missstände auf: Die befragten Patientinnen und Patienten hätten im Durchschnitt 20 Wochen auf eine planbare Operation warten müssen. Wer private Zugangswege nutzte, wartete demnach hingegen nur zwölf Wochen.
KOROSEC dazu: „Statt diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen, wird darüber nachgedacht, wer künftig noch länger warten soll. Das ist der völlig falsche Ansatz!“
Auch in Wien ist die Situation laut KOROSEC alarmierend. Sie kritisiert seit Langem die stark gestiegenen Wartezeiten im Wiener Gesundheitsverbund. Erst gestern forderte sie von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker Transparenz über die tatsächlichen Wartezeiten bei Hüft- und Knieoperationen. _„Eine neue digitale OP-Plattform ist grundsätzlich zu begrüßen. Aber seit Mai stehen rund 460 Erstgesprächen gerade einmal 25 tatsächlich durchgeführte Operationen gegenüber. Entscheidend ist nicht, wie schnell man einen Termin für ein Erstgespräch bekommt, sondern wann man tatsächlich operiert wird und wieder schmerzfrei leben kann.“_
SCHMERZEN KENNEN KEIN ALTER
Besonders irritiert zeigt sich KOROSEC über die ökonomische Argumentation der IHS- Studienautoren: _„Natürlich ist es wichtig, dass Menschen möglichst rasch wieder arbeiten können. Aber eine schmerzende Hüfte tut in der Pension nicht weniger weh. Und wer durch eine zu späte Operation seine Mobilität und Selbstständigkeit verliert, braucht möglicherweise früher Pflege. Auch das verursacht menschliches Leid und erhebliche Kosten.“_
DAS SYSTEM VERBESSERN, NICHT PATIENTEN GEGENEINANDER AUSSPIELEN
KOROSEC fordert transparente OP-Wartelisten, die konsequente Reihung nach medizinischer Dringlichkeit und vor allem eine bessere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Gerade Wien müsse endlich die Spitalsorganisation verbessern.
_„Wir brauchen keine Zwei-Klassen-Medizin – weder nach finanziellen Status noch nach Erwerbsstatus. Unser Ziel muss sein, dass alle Patientinnen und Patienten schneller zu ihrer notwendigen Operation kommen. Gesundheit ist keine Frage der wirtschaftlichen Verwertbarkeit eines Menschen“_, so KOROSEC abschließend.
Österreichischer Seniorenbund
GS Mag. Michael Schleifer
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