PVÖ-Gerstorfer: „Erwerbstätigkeit oder Zusatzversicherung dürfen kein Fast-Lane-Ticket für eine schnellere Operation sein“
PVÖ weist IHS-Vorschlag entschieden zurück: Pensionistinnen und Pensionisten dürfen bei OP-Terminen nicht benachteiligt werden
Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), lehnt den Vorschlag entschieden ab, Erwerbstätigkeit bei der Vergabe von Operationsterminen als zusätzliches Kriterium heranzuziehen. ****
„PENSIONISTINNEN UND PENSIONISTEN SIND KEINE PATIENTINNEN UND PATIENTEN ZWEITER KLASSE“
„Wer in Pension ist, darf bei einer notwendigen Operation nicht schlechter gereiht werden. Schmerzen, eingeschränkte Mobilität und der Verlust von Selbstständigkeit wiegen nicht weniger, nur weil jemand nicht mehr arbeitet. Eine solche Bevorzugung Erwerbstätiger ist unfair und für den PVÖ inakzeptabel. Ausschlaggebend muss der medizinische Bedarf sein“, betont Gerstorfer.
DER VORSCHLAG STEHT IM IHS-BERICHT
Die Empfehlung findet sich im IHS-Bericht „Welche Mechanismen liegen Wartelistenvorreihungen zugrunde?“ im Abschnitt „Handlungsempfehlungen“. Dort wird Erwerbstätigkeit beziehungsweise der Erhalt der Erwerbsfähigkeit als ergänzendes Priorisierungskriterium vorgeschlagen.
SPITÄLER MÜSSEN VERDACHTSFÄLLE PRÜFEN
Die IHS-Studie im Auftrag der AK Oberösterreich zeigt zudem schon jetzt deutliche Unterschiede bei den Wartezeiten: Ohne private Zugangswege warteten Patientinnen und Patienten im Median 20 Wochen auf eine geplante Operation, mit privater Zusatzversicherung acht Wochen.
„Die Krankenhäuser müssen genau prüfen, ob Patientinnen und Patienten tatsächlich ungerechtfertigt vorgereiht wurden. Bestätigt sich das, braucht es Konsequenzen und wirksame Maßnahmen, damit solche Vorreihungen künftig verhindert werden. Die Wartelisten müssen transparent sein und die Reihung muss sich am medizinischen Bedarf orientieren“, fordert Gerstorfer abschließend. (Schluss)
Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: presse@pvoe.at
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