Maurer zu neuen Vorwürfen gegen ORF-III-Chef Schöber: „Das System Schöber kann nur existieren, solange es politisch gedeckt wird!“
Die heute bekannt gewordenen neuen Beschwerden gegen ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber zeichnen ein erschütterndes Bild
Laut Recherchen der Wochenzeitung _Falter_ gibt es dutzende weitere Beschwerden gegen Peter Schöber. Diese Vorwürfe wegen persönlichen Diffamierungen, Willkür und Vermischung von persönlicher und beruflicher Sphäre fügen sich in eine lange Reihe neben bekannte Fälle von redaktioneller Einflussnahme sowie rassistischen, homophoben und antisemitischen Aussagen durch Schöber.
Für die Mediensprecherin und stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Sigi Maurer, ist das Maß längst voll: „Schilderungen über jahrelangen Machtmissbrauch und ein System der Angst bei ORF III sind seit langem bekannt. Dass nun erneut massive Vorwürfe in einer offenbar ungeahnten Dichte auftauchen, zeigt: Peter Schöber ist als Geschäftsführer nicht mehr tragbar.“
Besonders schwer wiegt, dass Schöber sogar versucht hat, die Verbreitung des Untersuchungsberichts gerichtlich zu unterbinden. „Wer Transparenz bekämpft, obwohl schwerwiegende Vorwürfe gegen die eigene Person im Raum stehen, disqualifiziert sich endgültig für eine Führungsfunktion im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“, so Maurer.
Für Maurer ist allerdings ebenso klar, dass die Verantwortung weit über Schöber hinausgeht. „Das System Schöber konnte über Jahre nur existieren, weil es mächtige Unterstützer gegeben hat. Heinz Lederer, Alexander Wrabetz und Bürgermeister Michael Ludwig halten seit Jahren ihre schützende Hand über Schöber und sind mitverantwortlich, dass Schöber bis heute im Amt ist.“
Maurer erneuert deshalb auch ihre Forderung nach dem Rücktritt von Heinz Lederer. „Wer politische Netzwerke über Aufklärung und Verantwortung stellt, hat in den Führungsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nichts verloren. Der ORF darf kein Ort sein, an dem sich parteipolitisch abgesicherte Machtzirkel gegenseitig schützen, während Mitarbeiter:innen unter toxischen Strukturen leiden.“
Der ORF brauche jetzt einen glaubwürdigen Neustart. „Der Versuch, Schöber zu halten und mit kostspieligen Doppelstrukturen zu zähmen, ist ganz offenkundig gescheitert. Es braucht echte Konsequenzen und eine grundlegende Neuaufstellung der Unternehmenskultur im ORF. Ein öffentlich-rechtlicher Sender darf kein Ort der Angst sein. Mitarbeiter:innen müssen darauf vertrauen können, dass Hinweise auf Machtmissbrauch ernst genommen werden und nicht diejenigen unter Druck geraten, die Missstände aufzeigen. Die Geschäftsführung im ORF, aber auch die SPÖ und ihr Medienminister Babler stehen jetzt in der Verantwortung, endlich konsequent zu handeln“, so Maurer abschließend.
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