Caritas begrüßt die Anhebung der Überprüfung auf Arbeitsfähigkeit als wichtigen Schritt hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt
Landau: „Eine langjährige Forderung wurde endlich umgesetzt – bisher wurden junge Menschen mit Behinderungen viel zu früh vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.“
(Wien) Die Caritas begrüßt ganz ausdrücklich den gestrigen Ministerratsbeschluss für ein Ende der Diskriminierung junger Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. Bislang war der Zugang zu Angeboten des Arbeitsmarktservice (AMS) für als vorzeitig „arbeitsunfähig“ erklärte Personen mit Behinderungen unter 25 Jahren verunmöglicht. Ab 1. Jänner 2024 wird die verpflichtende Überprüfung der Arbeitsfähigkeit auf 25 Jahre angehoben. Damit erhalten Menschen mit Behinderungen bis zu ihrem 25. Geburtstag endlich eine Betreuung durch das Arbeitsmarktservice.
Caritas-Präsident Michael Landau: „So gibt man jungen Menschen nach Pflicht- und Sonderschule mehr Zeit für die Entwicklung ihrer Fähigkeiten und zur Integration in den Arbeitsmarkt. Wegen des Stempels „fehlender Arbeitsfähigkeit“ wurden bisher junge Menschen schon frühzeitig und oft lebenslang vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. So hatten diese jungen Menschen weder Zugang zu Beratungen und Schulungsmaßnahmen des AMS noch zum Arbeitslosengeld. Das Ende dieser Diskriminierung ist ein guter und wichtiger Schritt hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt! Damit wird eine langjährige Forderung der Caritas und der gesamten Community von Menschen mit Behinderung erfüllt.“
Angekündigt ist auch der Ausbau von individuellen und niederschwelligen Angeboten zur beruflichen Orientierung für Menschen mit Behinderungen, die von aktuellen Angeboten nicht abgeholt werden.
Landau: „Behindert ist, wer behindert wird. Menschen mit Behinderungen müssen ohne Diskriminierung aufgrund ihrer Behinderungen genauso wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger Zugang zu Arbeit finden und auch ohne Risiko ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten ausprobieren können. Ich begrüße es daher sehr, dass die Bundesregierung Menschen mit Behinderung in den Fokus genommen hat und ihnen mit dem Zugang zum AMS ein Stück weit mehr selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Ein Leben in der Mitte unserer Gesellschaft. Klar ist aber auch, dass dies nur der Anfang sein kann. Weitere Schritte müssen folgen, etwa bei inklusiver Bildung und „Lohn statt Taschengeld“.
Lohn statt Taschengeld
Caritas Österreich
Tina Newertal
Pressesprecherin
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