Missstände bei Auszahlung der Familienbehilfe: Kinder und Menschen mit Behinderungen existentiell bedroht

Armutskonferenz fordert Familien- und Finanzminister/in zu umgehender Sanierung auf: zu lange Wartezeiten und keine behördliche Unterstützung

„Es erreichen uns gehäuft Anfragen und Beschwerden über die zu lange und bürgerunfreundliche Abwicklung und Auszahlung der Familienbeihilfe“, berichtet das Netzwerk Armutskonferenz, dessen Mitglieder über 500.000 Menschen im Jahr betreuen und begleiten. Vorrangig geht es darum, dass Kinder und Menschen mit Behinderungen mehrere Monate auf die Gewährung der Familienbeihilfe warten. In Folge verzögern sich weitere Antragsbearbeitungen mit Schnittstelle zur Familienbeihilfe. „Die Familienbeihilfe als notwendiger Anknüpfungspunkt für Transfer- und Sozialleistungen hat eine große Bedeutung in der Armutsvermeidung“, fordert die Armutskonferenz Familien- und Finanzministerium auf, die Probleme langer Wartezeiten und mangelnder behördlicher Unterstützung umgehend zu sanieren. Die Familienbeihilfe ist auch Grundlage für die Zuerkennung des Kinderbetreuungsgeldes. Weiters werden etwa hohe verspätete Nachzahlungen des Amtes auf den Sozialhilfeanspruch gegengerechnet, was zu existentiellen Krisen von Kindern und ihren Eltern führen kann.

Erschwerend kommt die Zentralisierung der Antragsbearbeitung hinzu, kritisiert die Armutskonferenz: „Die vormals geleistete persönliche Unterstützung auf den Wohnsitzfinanzämtern ist weggefallen.“ Kein Mitarbeiter der Behörde fühlt sich mehr zuständig und auch Vorreihungen aufgrund von Dringlichkeit gibt es nicht mehr. Viele Beispiele zeigen die Auswirkungen der langen Antragsdauer und auch des Abbaus von Sprechstunden auf den Finanzämtern dramatisch auf. Den Betroffenen, Eltern und Kindern als auch Menschen mit Behinderungen droht nicht nur der Ausfall wichtiger Gelleistungen, sie leiden unter diesen Rahmenbedingungen so sehr, dass sie resignieren.
Menschen mit Behinderungen: Hr F: 29 Jahre alt – lange Wartezeit und keine Kontaktmöglichkeit

Die Armutskonferenz.
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01/4026944 oder 0664/5445554

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