Neue Sonderausstellung „Made in Austria Möbeldesign 1948-1960“ im Möbelmuseum Wien rückt Möbeldesign der Nachkriegszeit in den Fokus.

Zu sehen von 15.4. bis 8.12.2026.

DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MADE IN AUSTRIA MÖBELDESIGN 1948-1960“ IM MÖBELMUSEUM WIEN RÜCKT DAS INNOVATIVE MÖBELDESIGN DER NACHKRIEGSZEIT IN DEN FOKUS – ZU SEHEN VON 15.4. BIS 8.12.2026.

Am Abend des 14.4.2026 feierten zahlreiche Gäste die Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Möbelmuseum Wien. Die von Eva B. Ottillinger (stv. Leiterin Abteilung Historische Sammlungen, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus) kuratierte Sonderausstellung „Made in Austria Möbeldesign 1948-1960“, bringt Besucherinnen und Besucher direkt in die Fünfziger-Jahre des letzten Jahrtausends. Die Sonderausstellung zeigt mehr als 130 Objekte aus den Bereichen „Repräsentation der Zweiten Republik“, Mobiliar der damals aktuellen „Espresso – Kultur“ und moderne Wohnungseinrichtungen für alle.

MÖBELDESIGN AUS ARCHITEKTENHAND

Bereits wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich eine lebhafte österreichische Möbelkultur. Das österreichische Möbeldesign zeichnete sich durch handwerkliche Qualität, große Vielfalt der Möbelformen und gute Gestaltung auch von preisgünstigen Erzeugnissen aus. Das moderne Möbeldesign lag damals noch überwiegend in Architektenhand. In der Ausstellung sind Entwürfe der Architektinnen Anna-Lülja Praun und Margarete Schütte-Lihotzky sowie der Architekten Carl Appel, Carl Auböck (lll.), Erich Boltenstern, Max Fellerer, Oswald Haerdtl, Julius Jirasek, László Mazák, Otto Niedermoser, Oskar Payer, Roland Rainer, Oskar Riedel, Franz Schuster, Karl Schwanzer, Emil Stejnar, Hans Wölfl und Eugen Wörle zu sehen.

STARKER ZUSAMMENHALT

Der Anstoß für den Neubeginn im Möbeldesign erfolgte in den Gründungsjahren der Zweiten Republik durch dir Vernetzung von Entwerferinnen und Entwerfern mit traditionsreichen Werkstätten und Unternehmen wie die Metallwerkstätten Carl Auböck und Karl Hagenauer oder der Glasverleger J. & L. Lobmeyr, die 1948 zusammen mit erfahrenen Architekten die „Österreichischen Werkstätten“ ins Leben riefen.

DER WUNSCH NACH UNBESCHWERTHEIT

Nach den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren verlangten die Menschen nach Unterhaltung, Unbeschwertheit und Lebensfreude. Bereits 1951 öffnete das Café ,,Arabia Espresso“ am Kohlmarkt 5 seine Pforten in der Wiener Innenstadt. Es „importierte“ die italienische Espresso-Kultur in die traditionelle Kaffeehaus-Metropole Wien, was für heftige Diskussionen sorgte. Mit der Gestaltung des Espresso-Cafés beauftragte der Besitzer den Architekten Oswald Haerdtl, der dieses als modernes Gesamtkunstwerk realisierte. Im Eingangsbereich befand sich die Theke für den schnellen Espresso, es folgten die Sitz-Logen für die gemütliche Jause, dahinter lag der „Grill-Raum“ mit gedeckten Tischen für das kultivierte Essen.

Das ,,Arabia Espresso“ blieb 48 Jahre in Betrieb. 1999 wurde das Lokal geschlossen und die Ausstattung abgerissen, um für ein Modegeschäft Platz zu machen. Auf Initiative des damaligen Sammlungsleiters der Bundesmobilienverwaltung Dr. Peter Parenzan, wurden die noch erhaltenen Möbel Haerdtl vom Gebäudeeigentümer als Schenkung an die Sammlung übergeben.

DAS OFFIZIELLE ÖSTERREICH ZIEHT IN DIE HOFBURG

Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs trafen nicht nur Fabrikanlagen und Wohngebäude, sondern auch das offizielle Österreich.

Die Präsidentschaftskanzlei richte ihre Büros und Repräsentationsräume 1946 in der Hofburg im Leopoldinischen Trakt in den ehemaligen Räumlichkeiten von Kaiserin Maria Theresia und ihres Gatten Franz I. ein. Die historischen Räume wurden mit dem vorhandenen kaiserlichen Mobiliar aus den Beständen der Bundesmobilienverwaltung neu eingerichtet.

Das Bundeskanzleramt am Ballhausplatz war durch Bombentreffer beschädigt. Daher konnten erst nach dem Wiederaufbau der Fassaden mit der Inneneinrichtung begonnen werden. Im Gegensatz zur Präsidentschaftskanzlei wurde die Büroräume des Bundeskanzlers 1948/49 von Architekt Oswald Haerdtl mit modernen Möbeln und Beleuchtungskörpern neu ausgestattet. Die Wiedereröffnung von Theophil Hansen gestalteten Parlaments aus der Ringstraßenzeit fand hingegen erst 1956 statt.

NEUSTART WOHNEN

Bombenabwürfe und Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs hatten auch an zahlreichen Wohnbauten große Schäden angerichtet. Allein in Wien waren 187.000 Wohnungen beschädigt, 87.000 davon zerstört. Die Stadt Wien hatte bereits nach dem Ersten Weltkrieg ein soziales Wohnbauprogramm ins Leben gerufen. Diese kommunale Wohnbautätigkeit wurde nun mit dem ,,sozialen Schnellbauprogramm“ wieder aufgenommen.

Es fehlte aber nicht nur an Wohnraum, sondern auch an Einrichtung. Ein wichtiger Impuls für die Neuproduktion war die Ausstellung „Die Frau und Ihre Wohnung“ im Jahr 1950. Den Hauptteil der Ausstellung im Messepalast bildeten Mustereinrichtungen von den Architektinnen und Architekten Erika Hotzky, Herma Kotal-Mikolasek, Otto Niedermoser, Oskar Payer, Roland Rainer, Franz Schuster und Maria Tölzer.

SOZIALE WOHNKULTUR

Auch die Entwicklung des „SW“-Möbelprogramms durch die Initiative „Soziale Wohnkultur“ trug entscheidend zur praktischen Umsetzung der modernen Wohnkultur bei.

Die Entwürfe von Oskar Payer und Franz Schuster gingen nach einer Befragung der Besucherinnen und Besucher in Serie. lm Juni 1956 wurde schließlich der erste SW-Möbel-Verkaufskatalog mit dem gesamten Angebot herausgegeben.

Darüber hinaus boten die Küchenhocker der Marke „Connexi“, die „Austro Sessel“ von Wiesner-Hager und die „Vienna Sessel“ der Firma E. & A. Pollak, zu denen auch der „Stadthallen-Sessel“ von Roland Rainer gehörte, sowie die Metallstühle der Marke „Sonett“ komfortable Sitzmöbel für alle Gelegenheiten.

Heute sind die „SW“-Möbel und „Austro Sessel“ der 1950er-Jahre am „Vintage“-Markt zu finden.

ZITATE-BOX

KLAUS PANHOLZER (Geschäftsführer Schönbrunn Group): „Diese Ausstellung erzählt nicht nur von Möbeln und Design. Sie erzählt von Österreich auf dem Weg zurück in die Moderne und von einem Land, das sich nach Krieg und Zerstörung neu eingerichtet hat, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Solche historischen Linien sichtbar zu machen, sehe ich als einen wichtigen Auftrag der Schönbrunn Group.“

ALEXANDER PALMA (Leiter Sektion IV kulturelles Erbe, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus) „Als Eigentümervertreter freut es mich besonders, dass das Möbelmuseum Wien 2025 – als Teil der Schönbrunn Group – mit über 62.000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Rekord verzeichnen konnte – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses große Interesse unterstreicht die herausragende Bedeutung von Sonderausstellungen wie ‚Made in Austria‘ für die vielfältige Kulturlandschaft Österreichs und macht deutlich, wie wichtig es ist, unser kulturelles Erbe zu bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

ANJA HASENLECHNER (Leiterin Abteilung Historische Sammlungen, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus): „Einige originale Möbel des Designers und Architekten Oswald Haerdtl (1899-1959) aus seinem legendären Espresso „Arabia“ werden in der Sammlung der Bundesmobilienverwaltung aufbewahrt und können in der Ausstellung bewundert werden. Diese Möbel sind wegweisende Design-Objekte des Espresso „Arabia“, das im Jahr 1951 am Kohlmarkt eröffnet wurde und mit seinem künstlerischen Gesamtkonzept eine Ikone der Nachkriegszeit und ein Maßstab für den „Espresso-Stil“ in Wien würde. Ausgestattet wurde das „Arabia“ von österreichischen Unternehmen wie der Firma Lobmeyr. Das Espresso „Arabia“ stand gestalterisch für Fortschritt und war ein Ort, wo man in Wien der Nachkriegszeit Urbanität und weltoffenes Flair erleben konnte.“

EVA B. OTTILLINGER (stv. Leiterin Abteilung Historische Sammlungen, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus): „Bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Österreich Möbel für alle Lebensbereiche neugestaltet. Das österreichische Möbeldesign zeichnete sich dabei durch handwerkliche Qualität, große Vielfalt der Möbelformen und gute Gestaltung auch von preisgünstigen Erzeugnissen aus. Neue Markennamen wie „Austro Sessel“, „Vienna Sessel“ und „Serie Austria“ zeigen die Aufbruchsstimmung in der Branche.“

PETRA REINER (Leiterin Möbelmuseum Wien): „Der heurige Jahresschwerpunkt „Upcycling bildet die perfekte Klammer zur Sonderausstellung „Made in Austria“. Die verheerenden Kriegsschäden in Wien und ganz Österreich zwangen die Menschen in Österreich dazu „out of the box“ und Arbeitsmaterialien, Architektur und auch Inneneinrichtung neu zu denken. Der Grundsatz „Arbeiten mit dem, was man hat – Smartening-Up“ galt damals und ist heute relevanter denn je“.

Weiterführende Informationen und ausgewähltes Bildmaterial finden Sie im Pressecorner und unter folgendem Medienlink. Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Veröffentlichung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung.

Unternehmenskommunikation Schönbrunn Group
Mag. Katharina Karmel & Elisabeth Joham
Telefon: +43 664 814 5701 / +43 664 8207191
E-Mail: kommunikation@schoenbrunn-group.com
Website: https://www.schoenbrunn-group.com

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