SPÖ-Seltenheim zu Knill: Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie ist Gebot der Stunde!
SPÖ-Bundesgeschäftsführer kritisiert „fortschrittsfeindliche“ Haltung des IV-Präsidenten – „Wer fair bezahlt, braucht keine Angst vor Transparenz zu haben!“
Mit scharfer Kritik reagiert SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim heute, Sonntag, auf den Auftritt von IV-Präsident Knill in der ORF-Pressestunde und dessen „fortschrittsfeindliche“ Aussagen zur Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie: „Ganz offensichtlich reichen bestehende Gesetze und Vorgaben nicht, um den Gender Pay Gap zu schließen. Denn obwohl gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit in Österreich seit Jahrzehnten Gesetz ist, gehört unser Land beim Gender Pay Gap nach wie vor zu den Schlusslichtern Europas. Herr Knill und die Industriellenvereinigung sollten ihre ideologischen Scheuklappen endlich ablegen und sich eingestehen, dass die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie mit klaren Regeln und verbindlichen Vorgaben das Gebot der Stunde ist!“, so Seltenheim, für den klar ist: „Wer fair bezahlt, braucht keine Angst vor Transparenz zu haben!“ ****
Arbeitsministerin Korinna Schumann habe einen Entwurf zur Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie vorgelegt, der Benachteiligungen sichtbar mache und so zu mehr Einkommensgerechtigkeit beitrage: „Es ist gut, dass Arbeitnehmer*innen künftig mehr Informationen über die Bezahlung vergleichbarer Tätigkeiten erhalten und Gehaltsspannen offengelegt werden müssen. Das allein reicht aber nicht aus, um den Gender Pay Gap gänzlich zu schließen“, so Seltenheim, der kritisiert, dass die IV weitere sinnvolle Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit ablehnt. „In Österreich arbeitet jede zweite Frau in Teilzeit. In Kombination mit dem weiteren Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen setzen wir uns deshalb auch für ein Recht auf Stundenaufstockung bei Teilzeit ein. Aber auch das lehnt die Industriellenvereinigung kategorisch ab.“
Eine klare Absage erteilt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Knills Vorschlägen zur Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters: „Ich kann es nur wiederholen: Arbeiten bis 70 wird es mit der SPÖ nicht geben! Diese Forderung ist verantwortungslos und völlig realitätsfremd“, verweist Seltenheim darauf, dass schon jetzt viele Menschen das Pensionsantrittsalter nicht gesund erreichen und jeder dritte Pensionsantritt aus dem Krankenstand erfolgt. „Grundsätzlich bin ich da bei Herrn Knill, wenn er sagt, dass das System ‚an die Realität angepasst‘ werden soll. Nur nicht, was das Antrittsalter betrifft, sondern eben dahingehend, dass Betriebe und Unternehmen dafür sorgen sollen, dass Beschäftigte länger gesund im Erwerbsleben bleiben können.“ (Schluss) lw
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