FPÖ – Brückl: „Wiederkehrs jährliche Durchhalteparolen füllen keine einzige Unterrichtsstunde!“

2025 sprach der Minister von einer „Renaissance“, 2026 will er wieder „auf dem richtigen Weg“ sein – Lehrermangel, Überstunden und fachfremder Unterricht bleiben

„Jedes Jahr vor Schulbeginn hören Schüler, Eltern und Lehrer dieselben Durchhalteparolen aus dem Bildungsministerium. Im August 2025 verkündete Bildungsminister Wiederkehr eine angebliche ‚Renaissance des Lehrerberufs‘ und erklärte die bildungspolitische ‚Aufholjagd‘ für gestartet. Im Dezember behauptete er bereits, der Lehrkräftebedarf habe sich stabilisiert, und sprach von einem ersten Erfolg seiner Maßnahmen. Heute erklärt er erneut, Österreich sei ‚auf dem richtigen Weg‘. Die Formulierungen wechseln, die Probleme bleiben“, kritisierte heute FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl die jüngsten Aussagen des NEOS-Bildungsministers.

Die Realität sehe anders aus: Von bundesweit 136.300 ausgeschriebenen Unterrichtsstunden (rund 6.200 Vollzeitposten) waren sechs Wochen vor Schulbeginn nur zwei Drittel vergeben. In Wien lag die Zuweisungsquote bei 66 Prozent, in Oberösterreich bei 50 und in Vorarlberg gar nur bei 43 Prozent.

„Eine Bewerbung hält noch keinen Unterricht, eine vorläufige Zuweisung steht noch nicht vor der Klasse und eine Überstunde ersetzt keine nachhaltige Personalpolitik. Wiederkehr betreibt statistische Schönfärberei, während Direktoren weiter nach Personal suchen und Lehrer die Versäumnisse des Ministers durch Mehrdienstleistungen auffangen müssen“, so Brückl.

Zudem sinke die Qualifikation drastisch: Zuletzt hatten nur 44 Prozent der Neuaufnahmen einen Lehramts-Bachelor. Der Rest bestand aus Personal in Ausbildung, Quereinsteigern oder Sonderverträgen. Gleichzeitig mussten Lücken durch Überstunden im Ausmaß von 7.000 Vollzeitstellen gestopft werden, fachfremder Unterricht sei längst Alltag.

„So sieht keine Renaissance aus. So verschleißt man die vorhandenen Lehrer und senkt schrittweise die Qualitätsstandards. Wiederkehr verkauft die Verwaltung des Mangels als Erfolg und hofft offenbar, dass bis zum Schulbeginn schon irgendwie jemand vor jeder Klasse stehen wird“, erklärte der FPÖ-Bildungssprecher.

Von der versprochenen „Aufholjagd“ der schwarz-rot-pinken Regierung sei nichts zu spüren. Stattdessen produziere man Modellversuche wie die sechsjährige Volksschule und kürze bewährte Inhalte wie Latein oder die zweite lebende Fremdsprache. Auch Wiederkehrs Bilanz aus fünf Jahren Wiener Regierungsverantwortung sei desaströs, wie die schlechten IQS-Ergebnisse der Volksschüler zeigten.

„Wiederkehr hat Wien als bildungspolitisches Schlusslicht hinterlassen und trägt seine gescheiterten Rezepte nun in den Bund. Gerade in Wien sind erneut 35.000 Unterrichtsstunden ausgeschrieben. Dieser Minister hatte genug Zeit, genug Zuständigkeit und genug Möglichkeiten. Er hat gezeigt: Er kann es nicht“, stellte Brückl klar.

Die FPÖ fordere stattdessen eine kürzere, praxisnahe Lehrerausbildung, echte Verwaltungsassistenten, Bürokratieabbau und einen Fokus auf Kernkompetenzen. Zudem brauche es verpflichtende Deutschklassen vor dem Regelunterricht, strenge Konsequenzen bei Gewalt und den Erhalt des differenzierten Schulsystems.

„Österreichs Schulen brauchen Planungssicherheit, qualifizierte Lehrer und einen Minister, der Ergebnisse liefert. Wiederkehr soll aufhören, Bewerbungen zu zählen und vorläufige Zuweisungen als Erfolg zu verkaufen. Entscheidend ist, ob im September jede Klasse in jedem Fach von einem entsprechend ausgebildeten Lehrer unterrichtet wird. Daran wird er gemessen – und nach heutigem Stand fällt die Bilanz erneut negativ aus“, so Brückl abschließend.

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