FPÖ – Ecker zum International Equal Pay Day: „Frauenpolitik muss auch jene Arbeit sehen, die auf keinem Gehaltszettel steht“
Teilzeit ist oft bewusste Familienentscheidung – Kinderbetreuung und Pflege dürfen nicht zur Pensionsstrafe werden
„Kinderbetreuung und Pflege dürfen nicht zur Pensionsstrafe werden und direkt in die Altersarmut führen“, betonte heute die freiheitliche Frauensprecherin NAbg. Rosa Ecker, MBA anlässlich des International Equal Pay Day am 18. September. „Wir müssen die gesamte Erwerbs- und Lebensleistung von Frauen in den Mittelpunkt stellen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und Leistung müssen längst eine Selbstverständlichkeit sein. Frauenpolitik darf aber nicht auf den Gehaltszettel reduziert werden. Es muss auch jene Arbeit gesehen werden, die auf keinem Gehaltszettel explizit steht: Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen.“
Ecker erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Aussagen von ÖVP-Bundeskanzler Stocker zur Kinderbetreuung. Dieser hatte Anfang August erklärt, er würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen. „Gerade diese Aussage bringt es auf den Punkt, warum diese Debatte so notwendig ist: Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen sind Arbeit und gesellschaftliche Leistung – auch wenn dafür kein Gehalt überwiesen wird. Wer über die Erwerbsleistung von Frauen spricht, darf diese Arbeit nicht ausblenden“, so Ecker.
Die freiheitliche Frauensprecherin sieht zusätzliche Lohntransparenz-, Dokumentations- und Berichtspflichten für Unternehmen nicht als zentralen Lösungsansatz: „SPÖ-Frauenministerin Holzleitner darf Equal Pay nicht auf neue Berichtspflichten für Unternehmen reduzieren. Diese lösen weder die Herausforderungen bei Kinderbetreuung und Angehörigenpflege noch die Folgen von Teilzeit und die daraus entstehende Pensionslücke. Wie stark Betreuung die Erwerbsbiografien von Frauen prägt, zeigen aktuelle Daten von Statistik Austria: Bei erwerbstätigen Müttern zwischen 25 und 49 Jahren mit Kindern unter 15 beträgt die aktive Teilzeitquote 75,3 Prozent, bei Vätern 8,5 Prozent. Von insgesamt 428.100 Menschen, die 2025 aufgrund von Betreuungspflichten Teilzeit arbeiteten, waren 400.400 beziehungsweise 93,5 Prozent Frauen.“
„Teilzeit ist aber nicht automatisch eine Falle. Sie kann auch eine bewusste Familienentscheidung sein“, betonte Ecker. Das zeige eine weitere Zahl: Von den wegen betreuungspflichten Teilzeitbeschäftigten, die keine oder keine zusätzlichen Betreuungsangebote nutzten, gaben 69,7 Prozent an, die Betreuung selbst übernehmen zu wollen. „Eine Mutter, die bewusst mehr Zeit für ihre Kinder haben will, ist kein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial. Wahlfreiheit bedeutet, mehr arbeiten zu können, wenn man das möchte. Sie bedeutet aber auch, die Entscheidung für Zeit mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zu respektieren.“
Diese Entscheidung dürfe sich später nicht finanziell rächen. Im Dezember 2025 lag die durchschnittliche monatliche Brutto-Alterspension von Frauen bei 1.653 Euro, jene der Männer bei 2.756 Euro. Das entspricht einer Differenz von 1.103 Euro im Monat. „Kinderbetreuung und Pflege führen häufig zu weniger Erwerbsstunden und damit langfristig zu niedrigeren Pensionsansprüchen. Genau hier muss Frauenpolitik ansetzen. Kindererziehungs- und Pflegezeiten müssen bei der sozialen Absicherung stärker berücksichtigt werden. Teilzeit aufgrund familiärer Verantwortung darf nicht Jahrzehnte später zur Pensionsstrafe werden“, so Ecker.
„Die Diskussion über Equal Pay muss daher die gesamte Lebensleistung von Frauen berücksichtigen. Frauen leisten im Beruf, in der Familie, bei der Kinderbetreuung und in der Pflege enorm viel. Diese Leistung muss gesehen werden. Frauen sind mehr als ein statistisches Arbeitskräftepotenzial“, so Ecker.
Freiheitlicher Parlamentsklub
Telefon: 01/40110-7012
E-Mail: presse-klub@fpk.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender
Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.