Wildunfall-Prävention: Erfolgsprojekt knackt 2.000-Kilometer-Marke

Kooperation von NÖ Straßendienst, NÖ Jagdverband und Land&Forst Betriebe Österreich bei „Wildtiere & Verkehr“: 2026 werden 6.970 Wildwarnreflektoren und -geräte installiert

RUND 30.000 WILDTIERE KOMMEN JEDES JAHR BEI VERKEHRSUNFÄLLEN AUF NIEDERÖSTERREICHS STRASSEN UMS LEBEN. GLEICHZEITIG STELLEN KOLLISIONEN MIT WILDTIEREN EIN ERHEBLICHES SICHERHEITSRISIKO FÜR DIE AUTOINSASSEN DAR. VOR 17 JAHREN STARTETE DAHER DAS PROJEKT „WILDTIERE & VERKEHR“ VON NÖ STRASSENDIENST, NÖ JAGDVERBAND UND DEN LAND&FORST BETRIEBEN ÖSTERREICH (LFBÖ). AUCH 2026 WURDEN IN DER STRASSENMEISTEREI KREMS WIEDER 6.500 OPTISCHE WILDWARNREFLEKTOREN UND 470 OPTISCH/AKUSTISCHE WILDWARNGERÄTE AUSGEGEBEN, DIE DIE JÄGERINNEN UND JÄGER GEMEINSAM MIT DEM STRASSENDIENST ENTLANG VON LANDESSTRASSEN ANBRINGEN. SIE WERDEN IN 24 NEUEN UND 69 BESTEHENDEN PROJEKT-REVIEREN AN DEN WEISSEN PFLÖCKEN ENTLANG DER STRASSEN BEFESTIGT. DAMIT KNACKT DAS ERFOLGSPROJEKT DIE MARKE VON 2.000 KILOMETERN AUSGESTATTETER STRASSE.

Seit mittlerweile 17 Jahren reduziert das Projekt „Wildtiere & Verkehr“ das Wildunfallrisiko. Dabei werden an neuralgischen Stellen entlang von Landesstraßen gezielt Wildwarnreflektoren und optisch-akustische Wildwarngeräte angebracht. Allein 2026 installieren die Jägerinnen und Jäger 6.970 Wildwarnreflektoren und -geräte. Sie rüsten damit 76,6 Kilometer Straße neu aus, weitere 41,6 Kilometer erhalten ein Upgrade. Ergänzt werden die technischen Einrichtungen durch wildbiologische, jagdwirtschaftliche und straßenbauliche Maßnahmen wie z.B. eine höhere Mähfrequenz auf den Straßenbegleitstreifen. Dafür werden heuer 98.600 Euro investiert.

Die langfristige Bilanz zeigt die Dimension des Projekts: Nach Abschluss der diesjährigen Montagen sind 534 Jagdreviere und insgesamt 2.040 Kilometer Landesstraße mit ca. 144.000 Wildwarnreflektoren, ca. 7.500 Wildwarngeräten und 49 olfaktorischen Vergrämern ausgestattet. Auf ausgerüsteten Strecken konnten Rehwild-Nachtunfälle um bis zu 70 Prozent reduziert werden.

VERKEHRS- UND JAGDSPRECHER LABG. KEYL BETONT VORZEIGEWIRKUNG

„Sicherheit hat Vorrang. Jeder Wildunfall, den wir verhindern können, schützt Menschen und erspart Tieren unnötiges Leid. Deshalb reden wir nicht nur über Verkehrssicherheit und Tierschutz, sondern handeln. Dass wir heuer die Marke von 2.000 Kilometern überschreiten, zeigt, mit welchem Einsatz das Projekt vorangetrieben wird. Und diese Investitionen wirken: Die Zahl der Wildunfälle auf entsprechend ausgestatteten Strecken konnte um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Gut, dass LH-Stellvertreter Udo Landbauer diese Initiative fortsetzt. Mein Dank gilt besonders der Jägerschaft, dem NÖ Straßendienst und allen Beteiligten, die dieses österreichweit einzigartige Projekt seit Jahren mit großem Engagement umsetzen. Diesen erfolgreichen Weg werden wir konsequent fortführen“, betont der VERKEHRS- UND JAGDSPRECHER LANDTAGSABGEORDNETER MAG. HUBERT KEYL.

Auch die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer selbst sind gefordert. Dipl.-Ing. CHRISTOF DAUDA, STRASSENBAUDIREKTOR-STELLVERTRETER IN NIEDERÖSTERREICH, appelliert daher zu besonderer Aufmerksamkeit: „Vor allem auf Straßenabschnitten durch Waldgebiete oder entlang landwirtschaftlich genutzter Flächen ist erhöhte Vorsicht notwendig. Die Wildwarngeräte an den Leitpflöcken sind für Autofahrerinnen und Autofahrer gut sichtbar und damit gleichzeitig ein Hinweis, das Tempo anzupassen und die Straßenränder aufmerksam im Blick zu behalten.“

METZKER: JÄGERSCHAFT ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG

Die Investitionssumme für die Geräte beträgt 2026 rund 98.600 Euro, wobei sich das Land Niederösterreich und die Reviere die Kosten teilen. Die Planung der Maßnahmen und die wissenschaftliche Begleitung finanziert der NÖ Jagdverband. „Jägerinnen und Jäger übernehmen Verantwortung für Wild und Lebensräume und die Sicherheit der Menschen. Mit ihrem Einsatz gegen Wildunfälle vermeiden sie Tierleid und reduzieren gleichzeitig das Unfallrisiko für Autofahrerinnen und Autofahrer. Deshalb unterstützen der NÖ Jagdverband und die Jägerschaft das Projekt ‚Wildtiere & Verkehr‘ seit Beginn“, so Landesjägermeister DI CHRISTOPH METZKER.

Jägerinnen und Jäger setzen zudem jagdwirtschaftliche und wildökologische Maßnahmen zur Unfallprävention. Kommt es dennoch zu einer Kollision, führen sie bei Bedarf mit speziell ausgebildeten Jagdhunden Nachsuchen durch, um verletzte Tiere möglichst rasch zu finden und unnötiges Tierleid zu vermeiden. Der NÖ Jagdverband sensibilisiert gemeinsam mit dem ORF Niederösterreich Autofahrerinnen und Autofahrer mit Spots im Umfeld der Sendung „NÖ Heute“ für das Thema Wildwechsel.

MYLIUS: ERFOLGSPROJEKT DURCH ZUSAMMENARBEIT

Die Land&Forst Betriebe Österreich übernehmen die Umsetzung in enger Abstimmung mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort. LFBÖ-Präsident KONRAD MYLIUS sieht insbesondere in der langjährigen Zusammenarbeit den Schlüssel zum Erfolg: „Die Marke von 2.000 Kilometern ist nicht nur ein bedeutender Erfolg für die Verkehrssicherheit in Niederösterreich, sondern auch das Ergebnis einer außergewöhnlichen Kooperation aller Beteiligten. Land- und Forstbewirtschafter bringen dabei ihre genaue Kenntnis der Lebensräume und Wildwechsel vor Ort ein. Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte für ein ganzheitliches Natur- und Lebensraummanagement, von dem Mensch und Wild gleichermaßen profitieren.“

Projektleiter DR. WOLFGANG STEINER unterstreicht ebenfalls die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens: „Erfolgreicher Wildunfallschutz funktioniert nur gemeinsam. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Straßendienst, Jagd, Tierschutz, Wissenschaft und Sponsoren. Genau das ist mit ‚Wildtiere & Verkehr‘ gelungen. Gemeinsam erhöhen wir die Verkehrssicherheit für Menschen und Wildtiere und reduzieren Tierleid entlang unserer Verkehrswege.“

RICHTIG REAGIEREN BEI WILDWECHSEL UND WILDUNFÄLLEN

Droht ein Zusammenstoß mit einem Wildtier, sollten Lenkerinnen und Lenker stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden, da sie das Risiko schwerer Unfälle erhöhen. Kommt es zu einem Wildunfall, muss das Fahrzeug an einer sicheren Stelle abgestellt und die Unfallstelle abgesichert und müssen verletzte Personen versorgt und gegebenenfalls Rettungskräfte verständigt werden. Jeder Wildunfall ist der Polizei zu melden, auch wenn das Tier nach der Kollision flüchtet. Die Polizei nimmt den Unfall auf und verständigt die Jägerschaft. Verletzte oder getötete Wildtiere dürfen keinesfalls selbst mitgenommen werden.

Büro LH-Stellvertreter Udo Landbauer

Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Alexander Murlasits
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