Schilling/Reintke/Grüne zu neuer Deepfake Studie: „Sexualisierte Deepfakes sind digitale Gewalt“
138 Politikerinnen von sexualisierten KI-Deepfakes betroffen – Grüne im EU-Parlament fordern konsequentes Vorgehen gegen „Nudifier“-Plattformen – Schilling unter den Betroffenen
Eine neue Studie der Agora Digitale Transformation zeigt erstmals systematisch, wie stark Abgeordnete in der EU von KI-generierter sexualisierter Gewalt betroffen sind. 147 Abgeordnete wurden auf entsprechenden Deepfake-Webseiten identifiziert, darunter 138 Frauen. Auch die Grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling ist betroffen.
Terry Reintke, Grünen/EFA-Vorsitzende im Europäischen Parlament, kommentiert:
„Die Ergebnisse der Studie sind erschütternd und ein weiteres Alarmzeichen, dass wir dringend wirksame Schutzmaßnahmen vor digitaler Gewalt brauchen. Wir werden nicht hinnehmen, dass Frauen eingeschüchtert und herabgewürdigt werden, weder analog noch digital. Wir brauchen mehr Schutz vor digitaler Gewalt und rufen alle Abgeordneten der demokratischen Fraktionen auf, sich unseren Forderungen an Rat und Kommission anzuschließen.
Die Mitgliedstaaten müssen das EU-weite Verbot von sogenannten Entkleidungs-Apps ab Ende des Jahres konsequent umsetzen, das muss auch die EU-Kommission sicherstellen. Digitale Gewalt darf kein Geschäftsmodell sein, Tech-Unternehmen müssen Nacktbilder und Videos sehr viel einfacher und schneller von ihren Plattformen nehmen. Die Verantwortung für ein Ende digitaler Gewalt kann nicht bei den Betroffenen liegen, es braucht ausreichend ausgestattete Behörden.”
Lena Schilling, Grünen/EFA-Mitglied und Betroffene, kommentiert:
„Ich bin eine von 138 betroffenen weiblichen Abgeordneten. Frauen in der Politik sind 33-mal häufiger betroffen, als Männer. Man hat uns gegen unseren Willen ausgezogen. KI verstärkt Gewalt gegen Frauen, und deshalb braucht es politische Entscheidungen, die uns schützen. Das kann nicht die neue Normalität werden.
Wenn Frauen damit rechnen müssen, dass von ihnen KI-generierte Nacktbilder auftauchen, sobald sie in die Politik gehen und öffentlich sichtbar werden, dann haben wir ein demokratisches Problem. Meine eigene Betroffenheit macht mich wütend. Für mich, aber auch für jede junge Frau, die sich fragt, ob sie überhaupt in die Politik gehen will.”
HINTERGRUND:
Die Grünen/EFA-Fraktion im EU-Parament fordert eine konsequente Durchsetzung des Nudifier-Verbots ab 2. Dezember 2026 sowie weitere Maßnahmen gegen die Erstellung und Verbreitung nicht-einvernehmlicher sexualisierter KI-Inhalte. Dazu zählen klare Zuständigkeiten und ausreichend ausgestattete Behörden, eine konsequente Anwendung des Digital Services Act, verbindliche Schutzmaßnahmen in KI-Unternehmen sowie eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.
Sexualisierte KI-Deepfakes sind vor allem ein Problem für Frauen: Eine neue Studie zeigt, dass 138 weibliche Abgeordnete in Europa betroffen sind, darunter auch die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling. Frauen sind damit 33-mal häufiger betroffen als ihre männlichen Kollegen.
Stefanie Wehlend
Pressesprecherin Lena Schilling
Telefon: +32499356375
E-Mail: stefanie.wehlend@europarl.europa.eu
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