Tiger bei Wildtier-Shooting misshandelt: VETO Tierschutz erstattet Strafanzeige …

… bei der Staatsanwaltschaft Bonn gegen Dompteur von Melody’s Circusland (FOTO)

Die Tierschutzorganisation VETO veröffentlichte gestern Abend Aufnahmen von einem sogenannten Wildtiershooting in Wachtberg-Berkum, das Ende August stattfand. Der damals 14 Monate alte Tiger „Fritz“ wurde während des rund 60-minütigen Tigershootings vom Dompteur von Melodys Circusland mehrmals gewaltsam und ruckartig an der Halsleine gezogen, um das Tier für die Teilnehmenden gefügig zu machen. VETO wirft dem Dompteur vor, den Tiger „Fritz“ über seine Belastungsgrenze hinausgetrieben und misshandelt zu haben, um finanzielle Interessen zu verfolgen. Die Organisation hat am Montag bei der Staatsanwaltschaft Bonn Strafanzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei und wegen der nicht artgemäßen Unterbringung der Tiger bei Melodys Circusland erstattet. Auf eine Anfrage von VETO hat der Dompteur bislang nicht reagiert. VETO fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in einer gestern gestarteten Petition auf, Tiere im Zirkus bundesweit zu verbieten.

„Jeder empört sich über Tigershootings in Thailand, während genau derselbe Irrsinn bei uns in Deutschland ganz legal passiert“, sagt Scarlett Treml. „Kein Tiger macht das freiwillig. Hinter jedem Foto steht eine Dressur, die auf Angst, Gewalt und Einschüchterung basiert. Das zeigt unsere aktuelle Undercover-Recherche erschreckend deutlich.“

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

GROSSKATZENHANDEL: GERICHT SIEHT DEN GESETZGEBER IN DER PFLICHT

In Deutschland gibt es kein bundesweites Gesetz, das die Zucht, den Handel oder die Haltung von Großkatzen im Zirkus oder in Privathand verbietet. Behörden prüfen lediglich, ob Sachkunde und Unterbringung den Mindestanforderungen entsprechen. Grundsätzlich ablehnen dürfen sie solche Vorhaben nicht. Das bestätigte das Sächsische Oberverwaltungsgericht im Juli 2026: Die Stadt Dresden darf einem Mann den Handel mit Großkatzen, auch an Privatpersonen, nicht grundsätzlich verwehren, solange der Gesetzgeber ihn nicht verbietet [1]. Mit derselben Rechtslage begründet der Hamburger Senat, warum er das Gastspiel von Circus Krone trotz eigener Ablehnung von Wildtiershows nicht untersagt [2]. So konnte allein der Betreiber von Melodys Circusland laut PETA zwischen 2018 und 2024 insgesamt 14 Tiger züchten und die meisten an andere Betriebe abgeben, unter anderem nach Sachsen, Polen und Belgien [3]. Welche Folgen diese Gesetzeslücke haben kann, zeigte sich im Mai bei Leipzig: Dort tötete ein Tiger aus der Haltung einer Dompteurin einen Helfer und wurde anschließend von der Polizei erschossen [4].

WEITERE INFORMATIONEN:

https://www.veto-tierschutz.de/tigershooting/

https://www.youtube.com/watch?v=L5x7VIEK54s

QUELLEN:

[1] Sächsisches Oberverwaltungsgericht. (2026). _Neue Chance auf tierschutzrechtliche Erlaubnis für den Handel mit Raubkatzen_ [Pressemitteilung zum Urteil vom 9. Juli 2026, Az. 4 A 204/24]. Medienservice Sachsen. Abgerufen am 1. Oktober 2026, von https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1099345

[2] taz. (2026, 27. September). _Wildtiere im Circus Krone: Hamburg lässt Löwen in die Manege_. Abgerufen am 1. Oktober 2026, von https://taz.de/Wildtiere-im-Circus-Krone/!6214976/

[3] PETA Deutschland e. V. (2026, 3. August). _“Melodys Circusland“ in Wachtberg: PETA kritisiert Tigerdressur und fordert Zuchtstopp und Wildtierverbot von Bundesregierung_ [Pressemitteilung]. Abgerufen am 1. Oktober 2026, von https://ots.de/ZfMmGI

[4] Leipziger Internet Zeitung. (2026, 1. Juli). _Nach tödlichem Zwischenfall: Behörde beschlagnahmt Carmen Zanders Tiger_. Abgerufen am 1. Oktober 2026, von https://ots.de/NdYFSG

Scarlett Treml
Tel: 015562194366
presse@veto-tierschutz.de

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