Tschechische Mental-Health-App Nepanikař gewinnt Marc Grand Impact Award 2026
Das zweite Marc Impact Programm der ERSTE Stiftung und ihrer Partner endete mit einem Pitch-Event. Die weiteren Gewinner: Origin BCI (Rumänien) und TalentsLounge (Österreich).
In sozialen und ökologischen Herausforderungen steckt auch eine wirtschaftliche Chance: Impact-Unternehmen versuchen, eine positive Wirkung für die Gesellschaft und Gewinn miteinander zu verbinden. Wie gut das funktionieren kann, zeigte das re:Marc Pitch-Event am vergangenen Donnerstag in Budapest.
Seit 2024 unterstützt das Marc Impact Programm Organisationen gezielt dabei, ihre Lösungen für gesellschaftliche Probleme erfolgreich umzusetzen. Weil es Impact-Unternehmen nie an Ideen, aber oft an Businessplänen fehlt, die auch für Investoren interessant sind, legt das Programm einen Schwerpunkt darauf, die Finanzierbarkeit der teilnehmenden Organisationen zu verbessern.
Nach dem Erfolg im ersten Durchgang wurde das Programm von drei auf insgesamt sechs Länder in Zentral- und Osteuropa ausgeweitet. 99 Sozialunternehmen und NGOs durchliefen Marc in den vergangenen Monaten in Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Serbien und Kroatien. Die lokalen Partner des Programms hatten sie aus 332 Einreichungen ausgewählt. Nun präsentierten die besten zwei aus jedem Land ihren Business Case mit Wirkung vor einer hochkarätigen Jury in Budapest. RADOVÁN JELASITY, CEO der Erste Bank Ungarn, eröffnete den Wettbewerb und gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit: „Glaubt an euch, denn das Gute gewinnt am Ende immer.“
Die Jury wählte folgende drei Siegerunternehmen aus:
NEPANIKAŘ ist Gewinner des MARC GRAND IMPACT AWARD 2026 und erhält 20.000 Euro.
Kostenlos bietet diese tschechische App schnell, niederschwellig und anonym Hilfe für Menschen in psychischen Notsituationen. Sie hat fast 800.000 Nutzer:innen; über 500 Menschen greifen jeden Tag auf ihre Unterstützung bei Panikattacken, Essstörungen und Selbstverletzungen, aber auch bei Selbstmordgedanken zu. Sie bietet Chats, Krisen-Hotlines und Zugang zu Therapie. Das Team dahinter ist fachlich ausgebildet, die Technologie Open Source. Im nächsten Schritt will Nepanikař in weitere Länder expandieren und sein Ausbildungs-Programm erweitern.
ORIGIN BCI ist Gewinner des MARC INNOVATION CHAMPION AWARD 2026 und erhält 15.000 Euro.
Das junge Start-up aus Rumänien hat eine bionische Handprothese entwickelt, die auch das Gefühl vermittelt, Dinge tatsächlich zu berühren. Sie soll günstiger sein und zugleich besser aussehen als bisher erhältliche Lösungen. Davon profitieren sollen vor allem Menschen, die ihren Arm verloren haben. Aufgrund ihrer Beweglichkeit könnten die Prothesen aber auch bei Industrierobotern zum Einsatz kommen. Die jungen Gründer streben an, den Prototypen nun auch selbst zu produzieren.
TALENTSLOUNGE VON DAVINCILAB ist Gewinner des MARC SCALABILITY CHAMPION AWARD 2026 und erhält 15.000 Euro.
Die österreichische Bildungs-Organisation DaVinciLab hat mit der TalentsLounge eine digitale Lernplattform aufgebaut, die Lehrerinnen und Lehrer mit Unterrichtsmaterialien zu Themen wie Coding oder Künstliche Intelligenz unterstützt. Ihr Zugang: Am besten lernt man diese Skills, indem man sie gleich selbst anwendet. Durch den Einsatz von KI sollen die Materialien noch schneller adaptiert werden können. In Zukunft will die TalentsLounge international und nicht nur in Schulen möglichst vielen Menschen den Umgang mit digitalen Technologien vermitteln.
WENN UNTERNEHMEN LÖSUNGEN SCHAFFEN, STÄRKT DAS DIE GESELLSCHAFT
So international wie seine Teilnehmer war auch die Jury des re:Marc Pitch-Events. Sie bestand aus LENA GAMPP, Programm-Managerin der Fourfold Foundation; ANDREW GRAY, General Partner von Tilia Impact Ventures; ELEMÉR ESZTER, Partner & Managing Director von Impact Ventures Ungarn; TIC NICA, Investor und CGO von Growceanu, sowie TÍMEA STVERTECZY, die mit SSH Boards 2025 den Marc Grand Impact Award 2025 gewonnen hat.
„Unternehmen sorgen unmittelbar für Veränderung: Mit guten Ideen können sie Emissionen reduzieren und Ressourcen sparen, Menschen mit psychischen oder physischen Problemen helfen oder dazu beitragen, dass gute Bildung für alle leichter zugänglich wird,“ sagt FLORIAN BAUER, Executive Director Social Finance and Impact Investment der ERSTE Stiftung. Solche Lösungen können den Glauben daran, dass sich auch große Herausforderungen bewältigen lassen, wieder stärken.
Damit das gelingt, brauchen solche Organisationen gerade am Anfang auch Finanzierung – und diese ist nicht immer einfach zu bekommen. „Schon im vergangenen Jahr konnten wir sehen, dass die gezielte Beratung des Marc Impact Programms dabei hilft, Investoren zu finden, die an Wirtschaftlichkeit und Impact gleichzeitig interessiert sind. Das Social Banking im Netzwerk der Erste Group bietet ebenfalls gezielt Finanzierungslösungen an“, sagt PETER SUREK, Geschäftsführer der Erste Social Finance.
„Fast nebenbei entsteht durch Marc in Zentral- und Osteuropa Schritt für Schritt eine Community von Unternehmer:innen, die nicht nur ihre Erfahrungen untereinander austauschen, sondern immer öfter auch zusammenarbeiten“, sagt ZSUZSANNA PÁL, Managing Director of IFUA Nonprofit Partners, die das Programm in Ungarn koordiniert. Beid dem Pitch-Event im Ethnografischen Museum in Budapest war jedenfalls spürbar, was Marc auszeichnet: Ambitionierte Unternehmen aufzubauen, die das Leben von Menschen auf ganz unterschiedlichen Wegen verbessern, macht unterstützt von einer Community noch mehr Freude.
Der nächste Durchgang startet im Herbst 2026. Mit der Slowakei wird das siebente Land in Zentral- und Osteuropa dabei sein.
MARC
Das Marc Impact Programm unterstützt Unternehmen dabei, soziale und ökologische Lösungen anzubieten, nachhaltig zu wachsen und sich zu finanzieren. Es ist eine Zusammenarbeit von Erste Social Finance, ERSTE Stiftung, Erste Group, IFUA Nonprofit, SIMPACT, Impact Hub Vienna, Synerb, Startup Kitchen, Croatian Entrepreneur Center and ASK.
ERSTE Stiftung
Martina Bachler-Huber
Telefon: 0664 88132418
E-Mail: martina.bachler-huber@erstestiftung.org
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