23. Country Risk Conference der Coface: Weltordnung. Weltunordnung. Weltneuordnung.
Die 23. Country Risk Conference stand mit dem Titel „Weltordnung. Weltunordnung. Weltneuordnung.“ ganz im Zeichen der großen globalen Veränderungen und ihrer Bedeutung für Österreich. „Wie wollen wir mit dem Umbruch und dem tiefgreifenden Wandel in der Welt umgehen? Europa hat die Chance, eine tragende Rolle in einer neuen Weltordnung zu spielen – und diese mitzugestalten“, erklärt Dagmar Koch, Country Managerin der Coface Österreich und Gastgeberin der Konferenz bei der Eröffnung am Mittwochnachmittag im Apothekertrakt des Schloss Schönbrunn vor 170 Gästen aus dem Wirtschafts- und Finanzwesen.
In seiner Keynote machte der langjährige luxemburgische Außenminister Jean Asselborn einen Streifzug durch die Geschichte und beleuchtete die aktuellen Konfliktherde. „Wir leben in einer Zeit, in der Optimismus seinen Platz haben muss“, betonte der Europapolitiker und führte zu jüngsten Entwicklungen weiter aus: „Man kann als Optimist jetzt sagen, dass die Diplomatie wieder Fuß gefasst hat. Das ist ein Zeichen für Putin, sich an den Verhandlungstisch zu setzen.“ Asselborn mahnte den Rechtsstaat und das internationale Recht ein: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Welt ohne Werte verfallen. Europa muss zum internationalen Recht stehen. Wir leben seit 80 Jahren in der EU in Frieden. Ich will das für meine Kinder und Kindeskinder für die nächsten 80 Jahre.“
In seiner Rede zur Wirtschafts- und Geldpolitik gab Nationalbankgouverneur Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher Einblicke in die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen: „Die erste Hälfte dieses Jahrzehnts war besonders durch Unsicherheiten gekennzeichnet. Die Bandbreite der Szenarien ist sehr hoch. Es gibt Unsicherheiten, die man nicht kontrollieren kann, aber einiges kann man sicherer gestalten. Zudem kommt das Bemühen von allen Seiten hinzu, zu einer gewissen Stabilität zu kommen.“ Coface-Chefökonom für die DACH-Region Markus Kuger ergänzte in seiner Präsentation die aktuellen globalen Risiken auf Branchen- und Länderebene und die vielschichtigen Auswirkungen der geopolitischen Entwicklungen. „Selbst nach Abschluss einer eher vagen Absichtserklärung wird es einige Zeit dauern, bis die Öl- und Gaspreise auf Vorkriegsniveau zurückfallen“, betonte der Ökonom.
Der Militärstratege Christoph Göd analysierte in seinem Beitrag „Die Welt aus den Fugen“ die sicherheitspolitische Dimension der Konfliktherde. Göd erinnerte, dass es bereits seit 2014 eine Verschiebung des US-Fokus Richtung Asien gibt – mit entsprechenden Auswirkungen auf die transatlantische Partnerschaft. „Jeder US-Präsident betonte, dass Europa zu wenig für seine Verteidigung ausgibt“, sagte Göd und erklärte, dass es das „Ziel Russlands ist, die transatlantische Partnerschaft zu schwächen“. Weder für den Ukraine-Krieg noch für den Nahen Osten sieht er zum jetzigen Zeitpunkt eine zeitnahe Lösung.
Bei der finalen Podiumsdiskussion „Weltwirtschaft vs. Wir sind Wirtschaft“ diskutierten unter der Moderation von Presse-Journalistin Eva Komarek Coface-Country Managerin Dagmar Koch, Michael Schütz, CFO der Prinzhorn Holding, Lisa Smith, Co-Founder und Chair of the Board bei Prewave, Claudia Beermann, Geschäftsführerin und CFO der iSi Automotive Holding und Alexander Mülhaupt, General Manager bei Roche Pharma Austria die Potenziale und Handlungsspielräume der heimischen Wirtschaft. „Österreich ist das Land der Maße, nicht der Masse. Wir können Präzisionsarbeit, nicht Massenproduktion“, erklärte Koch und unterstrich die Stärken der heimischen Wirtschaft wie etwa die ausgezeichneten Arbeitskräfte. Isi-CFO Beermann forderte: „Wir müssen selbstbewusster in unserer Lösungskompetenz sein.“ Prewave-Gründerin Smith nannte „Geschwindigkeit“ als Zukunftsstrategie für ihr Unternehmen und betonte: „Man kann sich auf viele Szenarien vorbereiten.“ Alexander Mülhaupt, General Manager von Roche in Österreich, sagte: „Während China und die USA die Spielregeln ändern, bleibt Europa bei seiner Erhaltungstherapie. Wir sind in der EU in einem der größten Binnenmärkte der Welt. Wir müssen den Wert von Innovation besser erkennen.“ Michael Schütz forderte eine europäische Industriestrategie. „Wir müssen erkennen, wo ist der Zug abgefahren und was wollen wir fördern“, erklärte der CFO der Prinzhorn-Gruppe und erntete im Publikum Applaus für seine Forderung „Buy European“.
COFACE: FOR TRADE
Coface zählt seit 80 Jahren zu den weltweit führenden Unternehmen im Kredit- und Risikomanagement und unterstützt Firmen dabei, sich in einem unsicheren und volatilen Umfeld zurechtzufinden und zu wachsen. Unabhängig von Größe, Standort oder Branche bietet Coface ihren 100.000 Kunden in rund 200 Märkten umfassende Lösungen an: Warenkreditversicherung, Wirtschaftsauskünfte, Inkasso, Absicherung von Projektgeschäften. Tag für Tag setzen wir unser einzigartiges Know-how und Spitzentechnologie ein, um den Handel zu unterstützen – sowohl im Inland als auch auf Exportmärkten. Im Jahr 2025 beschäftigte Coface ~5.511 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von ~1,84 Milliarden Euro.
Coface, Niederlassung Austria
Carina Kiss, MSc
Telefon: +43/1/515 54-510
E-Mail: carina.kiss@coface.com
Website: https://www.coface.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender
Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.