Treffen mit Minister Norbert Totschnig: Förderungen für Wege und Hütten zeigen konkrete Wirkung

Beim Wandern im Wienerwald sprachen alpine Vereine mit Minister Totschnig über den Erhalt alpiner Infrastruktur und warum auch nach 2027 eine Unterstützung vom Bund wichtig ist

Mit Beginn der Sommerferien zieht es wieder viele Menschen in die Berge, um Bergsport zu betreiben, die Natur zu erleben und sich zu erholen. Ohne Wanderwege und Schutzhütten wäre dies nicht möglich. Bei einer Wanderung am 10. Juli zum Peilstein-Haus im Wienerwald tauschte sich daher Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit Vertretern der alpinen Vereine über aktuelle Herausforderungen aus.

Wege und Hütten werden zumeist von Ehrenamtlichen alpiner Vereine betreut. Immer öfter stoßen sie mit dieser Aufgabe aber an ihre Grenzen. Steigende Bau- und Sanierungskosten erschweren die Instandhaltung. Ebenso werden behördliche Auflagen komplexer, und Extremwetterereignisse, hervorgerufen durch den Klimawandel, verursachen immer häufiger Schäden.

ZUSÄTZLICHE FÖRDERMITTEL

„Schutzhütten und Wege sind ein wichtiger Bestandteil für den Tourismus und für die österreichische Berg- und Freizeitkultur. Durch gezielte Förderungen unterstützen wir jene, die diese Infrastruktur mit großem Engagement erhalten. Wichtig ist, dass die Mittel dort ankommen, wo der Bedarf am größten ist – bei konkreten Projekten in den Regionen“, betont NORBERT TOTSCHNIG, BUNDESMINISTER FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT, KLIMA- UND UMWELTSCHUTZ, REGIONEN UND WASSERWIRTSCHAFT.

Für 2025 und 2026 hat der Bund jeweils 7,72 Mio. Euro bereitgestellt. 2,72 Millionen Euro werden davon regulär vom BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, ENERGIE UND TOURISMUS (BMWET) finanziert. Zusätzliche fünf Mio. Euro kommen aus dem EU-Förderprogramm zur Ländlichen Entwicklung (LE), für deren Verteilung Norbert Totschnigs Ministerium zuständig ist. Das sind um vier Mio. Euro mehr als in den Jahren zuvor. Die Regierung reagierte damit auf die von den alpinen Vereinen initiierte Petition „Notruf aus den Alpen“, hinter die sich 2024 über 100.000 Unterstützer:innen stellten.

Die Förderoffensive hatte im letzten Jahr TOURISMUS-STAATSSEKRETÄRIN ELISABETH ZEHETNER angekündigt. Im Engagement der alpinen Vereine sehe sie einen „Gewinn für die Gäste, für die Menschen in den Regionen und den heimischen Tourismus insgesamt“. Ziel der Unterstützung sei laut Zehetner auch, die regionale Wertschöpfung dort anzukurbeln, wo sie entsteht, nämlich direkt in den Tourismusregionen.

Im laufenden Jahr 2026 können mit den Mitteln Projekte wie die Generalsanierung des Schneealpen-Hauses (Steiermark) und der Peter-Anich-Hütte (Tirol) des Österreichischen Alpenvereins umgesetzt werden. Außerdem der Umbau des Roseggerhauses (Steiermark) der Naturfreunde Österreich sowie die nach einem Sturmschaden dringend erforderliche Erneuerung der Materialseilbahn zum Graf-Meran-Haus (Steiermark) des Österreichischen Touristenklubs.

ZIELGERICHTETER EINSATZ

„Die Förderungen kommen dort an, wo die Mittel am dringendsten gebraucht werden“, erklärt LEOPOLD FÜREDER, LANDESVORSITZENDER DER NATURFREUNDE TIROL: „Bei der Sanierung von Schutzhütten, bei Maßnahmen zur Energie- und Wasserversorgung sowie beim Erhalt von Wegen und sicherheitsrelevanter Infrastruktur.“

Jeder Euro, der in Schutzhütten investiert werde, wirke mehrfach, so CLEMENS MATT, GENERALSEKRETÄR DES ÖSTERREICHISCHEN ALPENVEREINS: „Die alpine Infrastruktur sorgt für Sicherheit am Berg, für naturverträgliche Besucherlenkung, für regionale Wertschöpfung und für den freien Zugang zur Bergwelt. Entscheidend ist jetzt, diese Wirkung nicht als einmalige Entlastung zu verstehen, sondern als Auftakt für eine langfristige Finanzierung.“

LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE NOTWENDIG

Aus Sicht des Verbandes alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) ist klar: Die nun erhöhten Förderungen seien ein wichtiger Meilenstein zum Erhalt der alpinen Infrastruktur, sagt VAVÖ-PRÄSIDENT GERALD DUNKEL-SCHWARZENBERGER. Zur Sanierung und zur Bewahrung des rund 50.000 Kilometer langen Wegenetzes und der 272 Schutzhütten in alpiner Lage seien insgesamt aber 95 Mio. Euro erforderlich: „Die alpinen Vereine beweisen seit Jahrzehnten, dass sie mit öffentlichen Mitteln verantwortungsvoll und wirkungsorientiert umgehen. Die aktuellen Förderungen lösen konkrete Probleme und sichern Schutzhütten und Wege, die allen Erholungssuchenden dienen. Damit das auch in Zukunft möglich bleibt, braucht es über 2027 hinaus Verlässlichkeit.“

Gerald Dunkel-Schwarzenberger verweist auf den Nationalen und Regionalen Partnerschaftsplan der EU für den Budgetzeitraum 2028 bis 2034. Hier müssten Wege und Schutzhütten entsprechend der Petition „Notruf aus den Alpen“ berücksichtigt werden. Dies wäre ein Schritt in die richtige Richtung, um die alpine Infrastruktur langfristig abzusichern und für kommende Generationen zu erhalten.

LINK: notruf-aus-den-alpen.at

Österreichischer Alpenverein
Gerald Zagler
Telefon: +43/664/78021327
E-Mail: gerald.zagler@alpenverein.at
Website: https://www.alpenverein.at

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