SPÖ-Grossmann: Digitale Teilhabe darf keine Frage des Alters sein

Fachkonferenz im Europäischen Parlament zeigt Wege auf für sichere digitale Teilhabe über alle Generationen hinweg

Gestern fand auf Initiative der SPÖ-EU-Abgeordneten Elisabeth Grossmann die Fachkonferenz „Connecting Generations – Silver Surfers“ im Europäischen Parlament statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ältere Menschen im digitalen Wandel besser mitgenommen werden können. Darüber diskutierte Grossmann mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, darunter Wissenschaftler und Gastforscher an der Harvard University Marlon Possard, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark Daniela Grabovac und Astrid Kniendl vom Verein akzente. Elisabeth Grossmann sagte im Rahmen der Veranstaltung: „Der digitale Wandel schreitet rasant voran. Für viele Menschen macht er den Alltag einfacher, weil Behördenwege, Einkäufe oder Bankgeschäfte immer öfter bequem online erledigt werden können. Doch was für die einen Erleichterung bedeutet, wird für andere zur Hürde. Vor allem ältere Menschen, die nicht als Digital Natives aufgewachsen sind, dürfen von der Digitalisierungswelle nicht überrollt werden. Wir müssen alle Menschen im digitalen Wandel mitnehmen. Gleichzeitig müssen wir Menschen im digitalen Raum besser schützen. Fake News, Online-Betrug, Hass im Netz oder Deepfakes treffen oft genau jene besonders hart, die sich online weniger sicher fühlen. Mit dem Gesetz über digitale Dienste und dem KI-Gesetz hat Europa wichtige Regeln für einen sichereren digitalen Raum geschaffen. Jetzt müssen sie konsequent umgesetzt werden.“

Marlon Possard, u. a. Wissenschaftler an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Campus Wien und Gastforscher in den USA (Harvard), rückte in der Diskussion besonders die rechtlichen und ethischen Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt: „Wir benötigen einen ausgewogenen KI-Regulierungsansatz, der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärkt, zugleich aber durch rechtliche Vorgaben wie Haftung, Transparenz und Datenschutz Grundrechte schützt. Ethisch geht es darüber hinaus um den Erhalt demokratischer Werte, gesellschaftlichen Vertrauens und menschlicher Autonomie. Recht setzt dabei verbindliche Mindeststandards, während Ethik die normative Orientierung für einen verantwortungsvollen und menschenzentrierten KI-Einsatz liefert.“

Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, zeigte anhand der BanHate-App konkret, wie gegen Hass im digitalen Raum vorgegangen werden kann: „Hass und Gewalt sind online genauso präsent wie offline. Besonders betroffen sind marginalisierte Gruppen, Frauen, queere Menschen, rassistisch diskriminierte Personen, aber auch ältere Menschen. Mit der BanHate-App können Hassmeldungen unkompliziert per Screenshot und Beschreibung hochgeladen und von Jurist:innen geprüft werden. Wichtig ist, dass wir Betroffene nicht allein lassen, sondern niederschwellige Angebote schaffen, damit ihre Rechte wirksam geschützt werden.“

Auch konkrete Praxisbeispiele für digitale Teilhabe standen im Mittelpunkt der Debatte. Astrid Kniendl vom Verein akzente zeigte anhand eines Projekts in der Weststeiermark, wie niederschwellige digitale Bildung vor Ort gelingen kann: „Die Lokalen Lernknotenpunkte in der Lipizzanerheimat richten sich vorrangig an ältere Menschen und zeigen, wie groß der Bedarf an digitaler Bildung ist. Viele Menschen spüren sehr genau, wo ihnen Wissen und Erfahrung in der digitalen Welt noch fehlen, und nehmen die Angebote sehr gut an. Das gemeinsame Lernen macht nicht nur Freude, sondern bringt Menschen auch analog miteinander in Verbindung. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen und engagierten Personen vor Ort. Sie ermöglichen den Zugang zur Zielgruppe, schaffen Vertrauen und tragen maßgeblich dazu bei, dass Menschen erreicht werden, die kaum Zugang zu herkömmlichen Angeboten der Erwachsenenbildung haben. Umso wichtiger ist es, solche Projekte weiter auszubauen, finanzielle Förderungen langfristig abzusichern und gleichzeitig analoge Möglichkeiten zu erhalten.“ (Schluss) ls

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der SPÖ-Delegation im
Europaparlament
Jasmin Wagner
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